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Leichter Dreh an der Gebührenschraube: Die Kinderbetreuung in Wolfratshausen kostet kün ftig mehr, dafür steigt die Geschwisterermäßigung. 

Stadtratsbeschluss

Städtische Kitas werden teurer

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Für die Betreuung ihres Nachwuchses in städtischen Kindertagesstätten müssen die Eltern künftig etwas tiefer in die Tasche greifen. Der Stadtrat beschloss eine moderate Erhöhung der Gebühren.

Wolfratshausen – Höhere Sach- und Personalkosten sowie die Ausweitung der musikalischen Früherziehung: Das sind laut Rathausmitarbeiter Martin Melf die Hauptgründe für den Dreh an der Gebührenschraube. Künftig kostet ein Platz in einer Kindertagesstätte fünf bis zehn Euro mehr. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die sogenannte Geschwisterermäßigung, die bislang bei 30 Prozent lag, erhöhte der Stadtrat auf 50 Prozent. Die Entscheidung fiel ohne Gegenstimme.

Mehr Spielgeld heißt mehr Exkursionen und notwendige Anschaffungen

Melf erläuterte den Gremiumsmitgliedern – wie bereits zuvor im Kulturausschuss – die Details. In der niedrigsten Stufe (20 Wochenstunden) kostet ein Kindergartenplatz nun 95 Euro monatlich. Wer für sein Kind mehr als 45 Wochenstunden Betreuung benötigt, zahlt monatlich 145 Euro. Die Gebühren für einen Krippenplatz liegen zwischen 245 Euro (20 Wochenstunden) und 410 Euro (mehr als 45 Stunden pro Woche). Und: Das monatliche Spiel- und Teegeld erhöht sich auf zehn beziehungsweise drei Euro. Damit entsprach der Stadtrat einer Bitte der Leiterin des Waldramer Kindergartens, Beate Riester. Durch das Plus an Spielgeld könnten Exkursionen unternommen und unbürokratisch notwendige Anschaffungen bezahlt werden.

Geschwisterermäßigung nun 50 Prozent

Die beschlossene Geschwisterermäßigung von nun 50 Prozent haben die Eltern einem Vorstoß von Annette Heinloth (Grüne) zu verdanken. Sie hatte in der Sitzung des Kulturausschusses vorgerechnet, dass eine Familie mit zwei Kindern – wenn ein Elternteil Vollzeit und der andere in Teilzeit arbeitet – mit Essen und Gebühren etwa 620 Euro im Monat für die Betreuung zahlen müsse. „Wir sollten einen städtischen Kindergarten anbieten, der auch für Eltern mit niedrigem Einkommen bezahlbar ist“, appellierte Heinloth an ihre Stadtratskollegen. Ihren Vorschlag, eine dem Einkommen entsprechende Gebührensatzung anzupeilen, lehnte der Fachausschuss zwar ab. Rathausmitarbeiter Melf allerdings hatte sich persönlich bis zur Stadtratssitzung eine Hausaufgabe verordnet: Er stellte die Auswirkungen eines auf 50 Prozent erhöhten Geschwisterrabatts auf den Stadtsäckel dar. Aktuell gibt es nach seinen Angaben elf Geschwisterpaare in den städtischen Kindertagesstätten – unterm Strich würde die Kommune durch die 50-Prozent-Regel 3000 Euro jährlich einbüßen. Allerdings nehme die Stadt rund 11 000 Euro zusätzlich durch die „moderate Gebührenanhebung“ (Bürgermeister Klaus Heilinglechner) ein. Summa summarum sahen die Räte keine Gefahr, dass die Stadt verarmt – und hoben unisono die Hand.

Meixner plädiert für mehr soziale Gerechtigkeit

Fritz Meixner, Fraktionschef der SPD, bat darum, eine nach Einkommen gestaffelte Gebührenliste „perspektivisch“ nicht aus dem Auge zu verlieren. Langfristig müsse dieses Ziel erreicht werden, um „ein Stück mehr soziale Gerechtigkeit“ herzustellen. Grünen-Stadtrat Rudi Seibt ging noch einen Schritt weiter. Er persönlich sei dafür, dass für die Kindergartenbetreuung „gar keine Gebühren verlangt werden“.

Ex-Bürgermeister Helmut Forster (Bürgervereinigung Wolfratshausen) zog eine Augenbraue hoch: „Sie wissen schon, Herr Seibt, dass wir als Stadt die Kindergärten bauen müssen“, wies Forster auf die Investitionskosten der Kommune hin. Dr. Manfred Fleischer (CSU) machte deutlich, dass er von Seibts Idee wenig hält: „Machen wir bitte weiter“, bat er Rathauschef Heilinglechner, den nächsten Tagesordnungspunkt aufzurufen.

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