Hier kommt der Bohrturm hin: Beim CSU-Stammtisch auf dem Hofgut Breitenbach beantwortete Enex-Geschäftsführer Robert Straubinger (hinten, 2. v. re.) über zwei Stunden alle Fragen zum Thema Geothermie. Foto: hl

Stammtisch im Freien

Gelting - An einem ungewöhnlichen Ort fand am Sonntag der CSU-Stammtisch statt. Statt am Wirtshaustisch saßen mehr als 40 Interessierte im Freien auf dem Hofgut Breitenbach zusammen.

Dort beginnt im Dezember die erste Geothermie-Bohrung der Firma Enex Power Germany. Robert Straubinger, Geschäftsführer des Unternehmens, verzichtete auf seinen freien Wochenendtag und beantwortete den Zuhörern mehr als zwei Stunden lang alle Fragen rund um die Geothermie.

Angst hatten einige Gäste vor Erdbeben. Sie hatten gelesen, dass die Erdwärmebohrungen in bis zu 5000 Meter Tiefe Beben mit der Stärke zwei bis drei auf der Richterskala auslösen können. „Das hier bei Gelting ist ein ganz anderes Gestein“, beschwichtigte der Experte. In der hiesigen Region sei das Erdreich besonders stabil. Gerade wegen der festen Gesteinsschicht habe Enex einen speziellen Bohrer anfertigen lassen müssen, der bis zur wasserführenden Schicht tief im Erdboden vordringt.

Anschließend erklärte Straubinger das gesamte Projekt, ohne viele Fachworte zu verschwenden. Insgesamt, so der Experte, könnten alle Wohnungen und Häuser in Geretsried mit der gewonnen Erdwärme versorgt werden. In den einzelnen Wohnungen wäre statt eines großen Gas- oder Ölkessels nur noch ein Wärmetauscher von Nöten, um das Heim kuschelig warm zu halten. Ob sich am Hofgut Breitenbach auch Stromerzeugung lohnt, stellt sich laut Straubinger nach der ersten Bohrung heraus. Die soll im Dezember beginnen und rund 100 Tage dauern, sofern sich der Bohrer planungsmäßig Tag und Nacht immer weiter ins Erdreich dreht. „Dann steht mit Gewissheit fest, wie heiß das Wasser da unten wirklich ist“, so der Experte. (dor)

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