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Hatte die Lacher des Publikums auf seiner Seite: Ernst Ausfelder las den Politikern im In- und Ausland als Bruder Barnabas beim Starkbierfest in Aufhohen die Leviten. 

Starkbierfest in Aufhofen

Warum Martin Schulz in Bayern eine Fußfessel tragen müsste

Internationale Zusammenarbeit war gefragt beim Starkbierfest im Gasthof Jägerwirt in Aufhofen. Oder zumindest nachbardörfliche, interkommunale und bezirksübergreifende. Und die funktionierte.

Egling – Statt der terminlich verhinderten Thanninger Blasmusik sprangen die Deininger ein. Bruder Barnabas alias Ernst Ausfelder aus Ascholding musste glücklicherweise nicht ersetzt werden. Er ließ sich aber gerne vom Gstanzlsänger Erdäpfekraut (Hubert Mittermeier) aus der Holledau ergänzen. „Es gibt doch nichts Schlimmeres als Politiker, die das, was sie erzählen, auch wirklich tun.“ Gemeint war genau genommen Donald Trump. Aber dieser Satz eignete sich auch als Einstieg, um den Bundespolitikern einmal so richtig die Leviten zu lesen.Bruder Barnabas, bekannt als Hochzeitslader und ehemaliger Dietramszeller Gemeinderat, lotste seine Zuhörer über zahlreiche Wahlkampfmärchen weiter zu Martin Schulz: „Der kann übers Wasser gehen, wenn man dem gemeinen SPD-Mitglied glaubt. In Bayern müsste er aber eine Fußfessel tragen.“ Denn: „Hier gelten Männer mit Bart, die länger im Ausland waren, als Gefährder.“

Wolfratshauser Schlagzeilen aufs Korn genommen

Merkels Außenpolitik, türkische Wahlkampfveranstaltungen und die österreichische Flüchtlingsobergrenze führten den Pater zur Partei der Freien Wähler. Nicht zu verwechseln mit der Freien Wählergemeinschaft vor Ort: Die seien nach eigener Aussage keine Partei. Sonst hätten sie ja ein Programm. Und dann würde, laut Barnabas, keiner ihrer Vertreter für die Schließung der Geburtshilfeabteilung in der Wolfratshauser Kreisklinik plädieren, aber Asklepios in Bad Tölz im Gegenzug das Geld „in den A… schieben“. Bei den Schlagzeilen, die Wolfratshausen in den vergangenen Jahren gemacht habe, sei es allerdings kein Wunder, dass man dort nicht auf die erforderliche Geburtenzahl komme. Weihnachtsmärkte ohne Christbäume, Parkbrücken über die Loisach – da mache sich doch Starnberg viel besser im Lebenslauf aller Kevins und Chantals.

Thanning: Vereinsheim statt Altenheim

Der bevorstehende 50. Geburtstag von Bürgermeister Hubert Oberhauser und eine Eglinger Geschwindigkeitsbegrenzung, die plötzlich nur noch für bestimmte Tageszeiten gelte („sonst würden sie ja ihre Arbeitgeber vom Gemeinderat blitzen“), lieferten noch mehr Stoff für Lacher. Mit Bürgermeinungen, die sich nicht mit Gemeinderatsvorstellungen deckten, spielte der Pater auf aktuelle Bauvorhaben in Deining und Ascholding an. Die führten weiter nach Dietramszell und der dortigen Altenheim-Diskussion: „Die Thanninger brauchen so was nicht, die bauen einfach ein Vereinsheim. Und schon sind alle Rentner aufgeräumt.“ Neufahrns neues Feuerwehrauto, das bei einem Brand leider gerade in Königsdorf beim Herzeigen gewesen sei, hob die Stimmung genauso wie das Bild einer sehr schlanken Ergertshauser Gemeinderätin.

Großformatige Bitten von Bruder Barnabas

Der Gegensatz zu ihren „großformatigen“ Kollegen führte Bruder Barnabas schließlich zu großformatigen Bitten: „Lieber Herrgott, verschone uns von Politikern wie Trump, Erdogan und Frauke Petry, und liebe Presse, hier im Saal sind mindestens 2000 Leute. Wenn ihr was anderes schreibt, sind das Fake-News.“ Damit übergab Ernst Ausfelder das Mikrofon an den Gstanzlsänger Erdäpfekraut. Und der ließ mit seinen wunderbar scharfsinnigen Spontaneitäten nicht nur Bruder Barnabas vor Lachen fast vom Stuhl fallen.

Von Carina Sappl

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