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Die Macher der Ausstellung sind (v. li.) Barbara Simchen (Kulturmanagerin), Dr. Christoph Kürzeder (Diözesanmuseum Freising) und Carmen Roll (Diözesanmuseum Freising). Bürgermeister Moritz Sappl (re.) freut sich mit vielen Bürgern auf die Ausstellung.

Starke Frauen

Kloster Beuerberg: Ausstellungseröffnung am Ostermontag

Mit so einem Erfolg hatte wahrlich niemand gerechnet: Rund 45 000 Menschen besuchten im vergangenen Jahr im Kloster Beuerberg die Ausstellung „Klausur – vom Leben im Kloster“. 

Beuerberg – Sie ermöglichte erstmals einen Blick hinter die Mauern des bis dahin für die Öffentlichkeit verborgenen Konvents und vermittelte sehr anschaulich einen Eindruck vom zurückgezogenen Leben der Salesianerinnen. Ab Ostermontag wird die erfolgreiche Schau mit einem erweiterten Konzept fortgeführt. „60 Prozent ist neu gestaltet“, sagt Christoph Kürzeder. „Voriges Jahr gab es sozusagen einen Grundkurs Kloster, daran sollte die neue Ausstellung schlüssig anschließen.“ Deshalb stehen jetzt starke Frauen im Mittelpunkt der Ausstellung, erläutert der Leiter des Diözesanmuseums Freising den neuen Untertitel „Sehnsuchtsort Kloster“. Kürzeder: „Es war ja ein Ort für Frauen, ein begehrter Ort, an dem sie gerne leben wollten, oder auch scheiterten – Frauen aus verschiedenen Gesellschaften und unterschiedlichsten Milieus mit ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen.“ Ihre Geschichten will die Ausstellung erzählen.

Neuer Glanz für alte Werke

Wie neu: Restaurator Pawel Michaloswki befreit derzeit viele Bilder vom Staub vergangener Jahrzehnte, etwa das Porträt der Ordensgründerin Johanna Franzisko von Chantal. Sie ist eine der starken Frauen, denen die Ausstellung gewidmet ist.

Auch in Bildern wie dem Porträt der Ordensgründerin Johanna Franziska von Chantal. Dem Gemälde, wie auch einigen weiteren Bildern an den Wänden der Klostergänge, hat der Königsdorfer Diplom-Restaurator Pawel Michalowski im wahrsten Wortsinn neuen Glanz verliehen. Er befreite die historischen Werke von Grauschleier und Schmutzfilmen, die im Laufe der Zeit die Leuchtkraft der Farben überdeckten. In neuem Licht präsentiert sich auch die Klosterkirche. Sie soll stärker als bisher in die Ausstellung einbezogen werden und zudem als Konzertsaal dienen. Dort finden die neu geschaffenen „Beuerberger Klosterkonzerte“ statt – sieben an der Zahl.

Der Klosterladen wurde neu konzipiert

Ebenfalls neu konzipiert wurde der Klosterladen. Der hatte bisher den Charme eines Flohmarkts. Nun zieren hübsch restaurierte Schränke und Regale aus dem Interieur des Klosters die Wände. Die Möbel und diversen Kleinutensilien aus dem Klosterbestand, die dort im vergangenen Jahr angeboten wurden, waren am Ende der Ausstellung nahezu ausverkauft. Deshalb habe man eine eigene Produktlinie entwickelt, erzählt Carmen Roll, stellvertretende Direktorin des Diözesanmuseums. Neben kleinen Altärchen, Medaillons, Votivgaben, Schmuck, Bleistiften, Notizblöcken und Handtuchhaltern (den Verkaufsschlagern 2016) gibt es jetzt auch eine „Beuerberger Konfiserie-Linie“, also süße Sachen, sowie „Leo“, einen hochprozentigen Löwenzahnlikör. Dieser werde nach altem Klosterrezept von einem Wasserburger Apotheker hergestellt, verrät Roll. Bei allen Produkten sei darauf geachtet worden, dass sie einen Bezug zum Kloster haben und möglichst in der Region produziert werden.

Das Rahmenprogramm wurde überarbeitet und erweitert

Gemeinsam mit der Kulturmanagerin Barbara Simchen hat Roll auch das Rahmenprogramm überarbeitet und erweitert. Dort finden sich interessante Kuratoren-Führungen zu unterschiedlichen Themen ebenso wie offene, täglich wechselnde Workshops von der äußerst beliebten Klosterbackstube bis zu einem dreitägigen Steinbildhauerkurs in der neuen Experimentier-Werkstatt.

Gespräche rund ums Thema Herz

Jeden ersten Freitag im Monat, den Herz-Jesu-Freitagen, stehen „wunderbare Gespräche und Diskussionen“ rund ums Thema Herz auf dem Programm. Da wird es um Herzschmerz, Herzrasen oder Herzenswünsche gehen. „Das Programm soll Jung und Alt ansprechen“, sagt Carmen Roll. „Die Aktionen sind bewusst so gewählt, dass Eltern mit ihren Kindern gemeinsam etwas Schönes produzieren können.“

Info
Die Ausstellung „Klausur – Sehnsuchtsort Kloster“ öffnet am Ostermontag, 17. April, und endet am 3. Oktober 2017.

Von Rudi Stallein

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