Das alte, neue Trio an der Spitze der Dietramszeller CSU mit Ortsvorsitzender Traudi Fröstl und ihren Stellvertetern Martin Seestaller (li.) Ernst Ausfelder. Foto: vu

Sticheleien gegen die Bürgermeisterin

Dietramszell - Personell gibt es nichts Neues bei der CSU: In der Jahresversammlung wurden die bisherigen Funktionäre bestätigt. Auch die Abneigung gegen Bürgermeister Leni Gröbmaier ist die alte.

Das Nebenzimmer im Gasthof Peiß war nicht gerade dicht besetzt. Knapp 20 der 99 Mitglieder hatten sich Freitagabend zur Jahresversammlung - ja, fast muss man sagen, verirrt. Ortsvorsitzende Traudi Fröstl nahm es mit Humor. „Die anderen haben wahrscheinlich Angst gehabt, dass sie einen Job kriegen“, sagte sie. Die Angst war unbegründet, kein einziger Funktionär zeigte sich amtsmüde. Ortsvorsitzende ist und bleibt Traudi Fröstl, ihre Stellvertreter sind und bleiben Martin Seestaller und Ernst Ausfelder. Die Wahl leitete Heiko Arndt, der tags zuvor sein Amt als Chef der Eglinger CSU niedergelegt hatte.

Traudi Fröstl machte es kurz bei ihrem Jahresrückblick: 99 Mitglieder zählt die Liste momentan. Unter Aktivitäten fielen fünf Vorstandssitzungen, die Jahresversammlung mit Landtagsabgeordneten Georg Eisenreich, ein vom Dauerregen beeinträchtigtes Sonmmerfest bei Maria Elend sowie ein mangels Interesse asugefallener Ausflug an den Chiemsee. „Das klappt dieses Mal hoffentlich besser“, sagte Fröstl.

Ernst Ausfelder hat kürzlich aus gesundheitlichen sein Gemeinderatsmandat niedergelegt. Es war also ein Akt außerparlamentarischer Opposition, als er seinen Unmut über Bürgermeisterin Leni Gröbmaier artikulierte. „Was ist jetzt eigentlich mit der Kanalisierung in Ascholding?“, fragte er. Zur Erinnerung: Der Kanal war zum Verdruss der Anwohner im vergangenen Sommer übergelaufen, weil das Grundwasser von unten nach oben drückte und einige Übergabeschächte defekt waren. „Die Ascholdinger warten immer noch auf eine Lösung.“ Das sei, sagte Ausfelder, leider typisch für die Bürgermeisterin: „Erst werden die Pferde scheu gemacht, und dann passiert nix, oder es bricht die totale Hektik aus.“

Auch Traudi Fröstl stimmte in die Kritik mit ein. Ihr hat missfallen, dass sich Leni Gröbmaier bei der jüngsten CSU-Veranstaltung mit Markus Söder direkt vor den Minister gesetzt hat, ganz so, als wäre es ihre Veranstaltung. „Ich wollte sie schon fragen, ob sie nicht von ihrer Bürgerliste einen Kandidaten einladen will“, sagte Fröstl - ein Scherz. Die Bürgerliste ist auf Dietramszell begrenzt. (vu)

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