Stimmt bei Boehme die Chemie noch ?

- Geretsried – Wie geht es bei Boehme nach dem Verkauf an den Konzern DyStar mit Sitz in Frankfurt am Main weiter? Diese Frage stellen sich die rund 350 Mitarbeiter am Hauptsitz des Chemiewerks am Isardamm sowie weitere 400 an weltweit elf Produktionsstandorten. Vom neuen Management sind so gut wie keine Antworten zu bekommen. Auch der Betriebsrat hängt bis dato völlig in der Luft.

Von Hans Moritz <P>Fest steht, dass der Verkauf der Firma Boehme am 9. August über die Bühne gegangen ist, nachdem insbesondere die Kartellbehörden keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken angemeldet hatten (wir berichteten). Bereits am Freitag vorvergangener Woche hatte unsere Zeitung um ein Gespräch über die Zukunft des Unternehmens gebeten. Kaufmännischer Geschäftsführer Peter Huber hüllte sich damals in Schweigen und bat um eine Woche Zeit. Am darauf folgenden Montag war Huber schon nicht mehr im Amt. <P>Sein Nachfolger ist Andreas Christ, der vom neuen Mutterkonzern vom Main an die Isar entsandt wurde. Am Montag hatte er bei Boehme seinen ersten Arbeitstag, am Mittwoch lud er mit seinem gleichberechtigten Geschäftsführer Ulf Stadler zu einer Betriebsversammlung. Teilnehmer berichten, dass es dort so gut wie keine Neuigkeiten gab. Auch im Gespräch mit unserer Zeitung gibt sich Christ wortkarg: &#8222;Wie es mit Boehme weitergeht, ist noch nicht entschieden.&#8220; Auch sei noch offen, ob der Name Boehme erhalten bleibe. Die Zukunft der 350 Mitarbeiter &#8211; weltweit sind es rund 700 &#8211; sei offen. Christ sagt: &#8222;Ich kann noch nicht sagen, ob es bei dieser Personalstärke bleibt.&#8220; <P>Auch die Mitarbeitervertretung muss sich in Geduld üben. &#8222;Wir wissen noch nichts&#8220;, so Betriebsratsvorsitzende Kerstin Halba auf Anfrage. &#8222;Fest steht nur, dass mit Herrn Christ nun einer von den Oberen bei DyStar in Geretsried ist.&#8220; Halba glaubt, dass das neue Management in der Tat noch Zeit braucht: &#8222;Jetzt kommen sie erst an alle Fakten und nicht bloß an die gefilterten Informationen aus den Verkaufsgesprächen.&#8220; <P>Zur Zukunft von Boehme und seinen Mitarbeitern vermag Halba gegenwärtig nur so viel zu sagen: &#8222;Allen ist klar, dass etwas kommt, dass sich etwas verändert &#8211; mehr aber auch nicht.&#8220; Zur Stimmung befragt, erklärt die Betriebsrätin: &#8222;Die ist gar nicht so schlecht, vielmehr warten viele Kollegen ab.&#8220; Zum Inhalt der Betriebsversammlung vom Mittwoch sagt Halba nur: &#8222;Es gab viele Fragen, aber kaum Antworten.&#8220; <P>Für Halba ist alles denkbar: &#8222;Vielleicht werden Arbeitsplätze abgebaut, vielleicht wird aber auch aufgestockt.&#8220; Man dürfe nicht schon jetzt die Pferde scheu machen. Zuversichtlich stimme sie zweierlei: Zum einen könne DyStar insbesondere mit den Techniken zur Lederfärbung und -bearbeitung die eigene Palette &#8211; in erster Linie Textilfarben &#8211; erweitern. Zweitens finde auch in Frankfurt ein Restrukturierungsprozess statt, der bis 2009 terminiert sei. Halba rechnet daher nicht mit kurzfristigen Entscheidungen. &#8222;Substanzielles wird man wohl nicht vor Ende dieses Jahres erfahren&#8220;, mutmaßt Halba. <P>

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