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Strafbefehl nicht akzeptiert

Ex-Sieber-Chef vor Gericht

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Der ehemalige Inhaber der Geretsrieder Großmetzgerei Sieber, Dietmar Schach, wird sich demnächst vor Gericht verantworten müssen. Am 24. April verhandelt das Wolfratshauser Amtsgericht die Frage, ob der Geschäftsmann vorsätzlich gesundheitsgefährdende Lebensmittel in Umlauf gebracht hat.

Dietmar Schach EhemaligerEigentümer der Firma Sieber. 

Geretsried – Zu diesem Ergebnis ist die Staatsanwaltschaft II gekommen. Den Strafbefehl der Behörde, der eine Geldstrafe vorgesehen hat, hat Schach nicht akzeptiert. Deshalb wird die Sache jetzt vor dem Amtsgericht ausgetragen. Der Strafbefehl stützt sich auf jenes Wammerl, das die Sache ins Rollen gebracht hat. Das „Original Bayerische Wacholderwammerl“ war im März 2016 bei einer Untersuchung in Nürnberg auf einen möglichen Befall mit Listerien untersucht worden. Das Ergebnis war positiv. Daraufhin nahmen die Behörden Sieber genauer ins Visier. Am Ende war sich das Robert-Koch-Institut in Berlin sicher, dass es Listerien vom Geretsrieder Firmengelände waren, die eine bis dahin rätselhafte Grippewelle in Süddeutschland ausgelöst hatten. Das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen veranlasste Ende Juni einen totalen Produktions- und Vertriebsstopp sämtlicher Sieber-Waren, um die Gesundheit der Verbraucher zu schützen. Die Pleite der Firma war praktisch unausweichlich.

Staatsanwaltschaft geht von „bedingtem Vorsatz“ aus

Die Staatsanwaltschaft II nahm Ermittlungen auf, um herauszufinden, ob Inhaber Dietmar Schach in strafrechtlicher Hinsicht ein Vorwurf zu machen ist. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Schach zumindest billigend in Kauf genommen hat, dass das Wammerl mit Listerien verunreinigt war und eine potenzielle Gefahr für die Konsumenten darstellte. „Wir gehen von bedingtem Vorsatz aus“, sagt Andrea Grape, Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II. Die Firma habe nämlich schon zuvor Probleme mit Listerien gehabt. Juristisch gesprochen, hat der Unternehmer gegen Paragraph 58 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches verstoßen.

Überweisung wäre Geständnis gleichgekommen

Der Strafbefehl München II sah eine Geldbuße in Höhe von 150 Tagessätzen a 15 Euro vor – also umgerechnet 2250 Euro. Der Tagessatz ist so niedrig angesetzt, weil davon auszugehen ist, dass der Unternehmer nach der Pleite der Firma über keine nennenswerten Geldmittel mehr verfügt. Es wäre einem Geständnis gleichgekommen, wenn Schach den Betrag überwiesen hätte. So legte er Einspruch ein – mit der Folge, dass die ganze Angelegenheit noch einmal öffentlich verhandelt wird. Das Landgericht wäre erst ab einer Straferwartung von vier Jahren zuständig gewesen.

Wie Anne Köhn, Pressesprecherin des Amtsgerichts, auf Nachfrage erklärt, sind für die Verhandlung zwei Tage angesetzt. Der erste Verhandlungstag findet am Montag, 24. April, um 9 Uhr im Sitzungssaal 1 statt. Sollte ein zweiter Verhandlungstag nötig werden, ist dafür der 26. April vorgesehen.

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