Schlaglöcher und Risse: Auch im Landkreis gibt es Buckelpisten. Kommunen, Kreis und Staat geben viel Geld aus, um sie wieder in einen brauchbaren Zustand zu versetzen. Foto: archiv
+
Schlaglöcher und Risse: Auch im Landkreis gibt es Buckelpisten. Kommunen, Kreis und Staat geben viel Geld aus, um sie wieder in einen brauchbaren Zustand zu versetzen.

Sanierungsbedarf

Straßennetz „noch leistungsfähig“

Bad Tölz-Wolfratshausen - Für die Instandhaltung der Straßen geben Gemeinden, Landkreis und Staat schon viel Geld aus. Dennoch gibt es auch im Landkreis großen Sanierungsbedarf.

100 Euro pro Jahr von jedem Autofahrer für kaputte Straßen - seit diesem Vorschlag von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig diskutiert die Öffentlichkeit über das deutsche Straßennetz. Buckelpisten, Schlaglöcher und bröckelnde Fahrbahnränder sehen Autofahrer auch im Landkreis.

Das Staatliche Bauamt in Weilheim betreut im Kreis 135 Kilometer Bundesstraßen und 189 Kilometer Staatsstraßen. Laut Abteilungsleiterin Christine Volkmer sind von letzteren rund 40 Prozent sanierungsbedürftig. „In den letzten 20 Jahren ist weniger investiert worden als nötig gewesen wäre“, sagt sie. Nun bestehe „akuter Nachholbedarf. Die Mittel wurden von Land und Bund teilweise bereits aufgestockt.“ Wie viel Geld für Sanierungen zuletzt ausgegeben wurde, kann Volkmer pauschal nicht sagen. Nur so viel: „Die Brücken sind meist die größten Batzen.“ Bei ihnen sei zudem nicht pauschal abschätzbar, wie lange die Bauwerke halten. Deshalb müsse jeder Einzelfall geprüft werden.

Der Zustand des 112 Kilometer langen Netzes der Kreisstraßen ist laut Veronika Merk vom Landratsamt besser als das der Staatsstraßen. „Aber auch wir müssen priorisieren, wo der Sanierungsbedarf am größten ist“, erklärt die stellvertretende Kämmerin (siehe Kasten rechts).

Für die Straßen innerorts sind die Kommunen selbst zuständig. Die Gemeinde Dietramszell hat in den Jahren 2012 bis 2014 für Unterhalt und Investitionen rund 1,65 Millionen Euro eingeplant. Die Großgemeinde Egling hat im vergangenen Jahr knapp 800 000 Euro für Straßensanierungen ausgegeben. Hinzu kamen nochmal rund 86 000 Euro für den Unterhalt. Das geht aus dem Haushaltsbericht hervor. Heuer wird für 660 000 Euro gewerkelt, sagt Eglings Geschäftsführerin Gisela Krause-Feiertag. Die Gelder würden großteils in den Eglinger Dorfplatz (290 000 Euro) und nach Thanning (370 000 Euro) fließen. Feiertag: „Dort hatten wir in den letzten Jahren einige Projekte zurückgestellt. Diese Straßen werden jetzt hergerichtet.“

Geretsried lässt sich den laufenden Straßenunterhalt heuer knapp 260 000 Euro kosten. Wie im Vorjahr wird die Stadt einen entsprechenden Rahmenvertrag mit der Firma Stratebau aus Wolfratshausen abschließen. Unter anderem steht die Sanierung der Fahrbahn des Robert-Schumann-Wegs an.

Insgesamt betrachtet ist das Straßennetz im Landkreis „noch leistungsfähig“, urteilt Georg Fischhaber, Verkehrsexperte im Landratsamt. „Das liegt daran, dass immer wieder etwas gemacht wurde und wird.“ Vielbefahrene Straßen würden zudem öfter saniert. Schlechtere Straßenverhältnisse bedeuten aber nicht automatisch steigende Unfallzahlen, betont der Sachgebietsleiter für Verkehrsangelegenheiten. Im Gegenteil: „Die Verkehrsteilnehmer stellen sich darauf ein. Gut ausgebaute Straßen sind eher Unfallschwerpunkte, weil viel schneller und unaufmerksamer gefahren wird.“

Von Sebastian Dorn

Auch interessant

Kommentare