Streit statt gemeinsamer Faschingsgaudi

- Fuschi-Ball heuer doppelt

VON KATHARINA BROMBERGER Wolfratshausen - (Fu)Schi-Ball? Fu(Schi)-Ball? Schlicht Fuschi-Ball? Wer hätte gedacht, dass so kleine Veränderungen im Schriftbild erst zu Auseinandersetzungen, dann zu Funkstille zwischen zwei Parteien führen. Aus Fu mit Schi wurde Fu gegen Schi, am Ende Fu ohne Schi. Zum ersten Mal nach acht Jahren gibt es heuer zwei getrennte Faschingsbälle: Fu, die Abteilung Fußball des TSV Wolfratshausen, feiert am morgigen Samstag, 31. Januar, in der Diskothek Turm. Schi, also die Schiabteilung, feiert eine Woche später im Pfarrheim am Loisachbogen.

"Kein einziges Vorstandschaftsmitglied hat sich an den Planungen beteiligt. Man hat gesehen, wie wichtig ihnen der Ball ist." Der Vorstand der Skifahrer, Georg Meiller, ist mächtig sauer auf die Fußballer. Ihr fehlendes Organisationstalent sei der Hauptgrund für das Scheitern eines gemeinsamen Festes. "Der Fuschi-Ball ist immer 14 Tage vor dem Faschingswochenende. Das muss man wissen."

Die Fußballer haben nämlich an jenem Samstag, 7. Februar, an dem der (Fu)Schi-Ball stattfindet, einen weiteren Termin: ein Mitternachtsturnier. "Schon seit November" habe Meiller eine Zusage des Pfarrheims für diesen Tag, "seit Oktober" sind laut Fußball-Vorstand Andreas Hacker die Turnier-Einladungen verschickt.

Hacker weiß nichts von einem festen Fuschi-Termin. "Wir konnten das Turnier nicht verschieben", beharrt er. "An anderen Tagen ist die Halle besetzt." Aber auch das Pfarrheim sei nur am 7. Februar frei, argumentiert Meiller. In einem stimmen die Seiten also überein: Es gibt kein Übereinkommen. "Seit Dezember steht fest: Es gibt zwei Bälle", erinnert sich Hacker an das letzte Gespräch.

Dann begann der eigentliche Ärger. Hacker spricht von "Reibereien", "unglücklich gelaufen" sei alles. "Die Fußballer haben sich nicht an Abmachungen gehalten", wettert Meiller. Er verweist auf die Plakat-Gestaltung: "Um den Unterschied zu vermitteln, wurde vereinbart: Wir klammern ,Fu` ein, die Fußballer ,Schi`." Dann hätten letztere "ganz Wolfratshausen zuplakatiert" - mit "Fuschi" ohne Klammern.

Als "ehrlich dumme Sache" bezeichnet Hacker die Angelegenheit. "Die Plakate mussten in den Druck. Da sahen einige eine Anzeige der Skifahrer, auf der nichts verändert war. Also ließen auch wir alles beim alten." Demnach nur ein Missverständnis? Nicht für Meiller: "Sie haben unsere Plakate - die mit Klammern - einfach überklebt." Bis heute habe außerdem "kein Fußball-Verantwortlicher ein Gespräch gesucht". "Von Vereinszusammengehörigkeit ist derzeit nichts zu spüren", bemerkt auch Hacker.

Eine weitere unausgesprochene Übereinkunft besteht: "Nächstes Jahr wollen wir wieder gemeinsam feiern", versichert Meiller. Fußballer Hacker bestätigt: "Dass alles so auseinander fällt, soll einmalig bleiben."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

30-Jähriger verprügelt Kontrahenten mit Fahrradpumpe
Fünf Männer schlägerten am Mittwochabend am Wolfratshauser S-Bahnhof. Ein Hauptverdächtiger (30) wurde festgenommen.
30-Jähriger verprügelt Kontrahenten mit Fahrradpumpe
Coronavirus im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Weitere infizierte Reiserückkehrer
Wir geben einen Überblick während der Coronavirus-Pandemie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in unserem News-Ticker. Aktuelle Zahlen und Entwicklungen lesen Sie hier.
Coronavirus im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Weitere infizierte Reiserückkehrer
Unfall bei Bad Heilbrunn: Feuerwehr befreit Frau aus Fahrzeugwrack
Die Feuerwehr musste in der Nacht zum Donnerstag eine Frau aus ihrem Fahrzeugwrack befreien. Im Wageninneren fand die Polizei leere Bierflaschen.
Unfall bei Bad Heilbrunn: Feuerwehr befreit Frau aus Fahrzeugwrack
Extraspur: Das müssen Radler und Pkw-Fahrer in Wolfratshausen jetzt beachten
Die Stadt Wolfratshausen will noch fahrradfreundlicher werden. Mit dazu beitragen soll eine gut 500 Meter lange Extraspur für Radler, die die Kommune hat anlegen lassen.
Extraspur: Das müssen Radler und Pkw-Fahrer in Wolfratshausen jetzt beachten

Kommentare