Der Strom fließt vor der Haustür

Wolfratshausen - Auf dem Weg zur autarken Versorgung mit Energie will die Stadt Wolfratshausen die Wasserkraft stärker nutzen. Eine Möglichkeit wäre der Bau eines Schachtkraftwerkes im Bereich der ehemaligen Floßrutsche.

„Das ist die sauberste Energie, das Landschaftsbild wird nicht beeinträchtigt und Belange des Tierschutzes sind nicht berührt“, erläuterte Christian Steeb die Idee am Donnerstagabend in der Monatsversammlung der Bürgervereinigung im Gasthaus Flößerei.

Ein Vorteil des von Forschern der Technischen Universität (TU) München entwickelten Kleinwasserkraftwerks sei, dass die gesamte Anlage mit der Turbine und dem Generator in einem kleinen Gebäude unterhalb der Wasserlinie eingebaut werden könne. „Es ist kein Maschinenraum notwendig. Außer einem Trafohäuschen ist am Ufer nichts zu sehen. Es gibt auch keinen Lärm. Das Wasser strömt wie bisher durch die Anlage“, so Steeb. Neben Forschungsmodellen werde derzeit an der TU an der praktischen Nutzung gearbeitet. Für 3,5 Millionen Euro plane beispielsweise die Gemeinde Ohlstadt ein Schachtkraftwerk, mit dem etwa 600 Haushalte versorgt werden sollen.

„Das wäre auch eine Möglichkeit für die Stadt Wolfratshausen“, urteilte Bürgermeister Helmut Forster. Er habe bereits mit dem Leiter der Stadtwerke Jürgen Moritz, Kontakt aufgenommen. „Dort wird die Idee bereits geprüft. Entscheidend werde sein, ob sich die Idee technisch in die Tat umsetzen lasse, welche Kosten entstehen und wie viele Haushalte mit Strom versorgt werden können. Sobald er die entsprechenden Zahlen von den Stadtwerken bekommen habe, werde das Projekt dem Stadtrat vorgestellt und dort beraten, sagte Forster.

(nie)

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