Suchthilfe: Wer bezahlt ?

- Finanzierung Thema bei Infoversammlung

Geretsried - Viel diskutiert wurde bei der Infoveranstaltung der Anliegerinitiative am Samstag darüber, wie sich die Suchthilfeeinrichtung, die in die Verwaltungsschule ziehen will, finanziert. Kostenträger sei der Bezirk, erläuterte René de Visser, Vertreter der Suchthilfe des Deutschen Ordens (DO) und Leiter von Haus Buchenwinkel. Für jeden Bewohner werden Tagessätze gezahlt. Für die Alkoholkranken liegen diese bei 58,71 Euro, für die Drogenkranken bei 73 Euro, "weil bei ihnen die Medikation teurer ist", so Visser. Da in der geschlossenen Abteilung der Personalaufwand größer ist, werden für jeden der zehn Bewohner 113 Euro pro Tag bezahlt.

Von den Beträgen wird nicht nur der Lebensunterhalt gedeckt. Auch Personalkosten und Gebäudemiete werden daraus bestritten. Silvio Voigt bezweifelte, dass für dieses Geld eine qualifizierte Betreuung möglich ist und eine angemessene Miete bezahlt werden kann. "Der Vermieter ist damit zufrieden. Da können wir ja schlecht sagen, wir legen noch einmal 500 Euro drauf", meinte Visser. Auch die Sorge, dass keine fachgerechte Betreuung möglich ist, versuchte der Heimleiter zu zerstreuen. Dieser Bereich werde ständig von der Heimaufsicht kontrolliert, erklärte er.

Roland Brich befürchtete dennoch, dass es zu einem Engpass beim Pflegepersonal kommen könnte. Visser sah das anders: Bislang habe der DO nur im Internet nach Mitarbeitern für die geplante Einrichtung gesucht. "Und wir haben 150 Bewerbungen bekommen, von Menschen, die bei uns arbeiten wollen." Brichs zweite Sorge war, dass die Bewohner des Hauses der Stadt zur Last fallen könnten, wenn der DO in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Visser erinnerte noch einmal daran, dass der Kostenträger der Bezirk ist. Auf die Stadt kämen demnach nur dann Belastungen zu, "wenn der Freistaat Bayern Pleite geht".va

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