Das schmeckt selbst dem passionierten Teetrinker: Peter Plößl, zur Zeit Wolfratshauser Rathauschef, lässt sich die erste Tasse des Tages von Vorzimmerdame Helga Hacibekiroglu servieren. Für die zweite geht er selbst zur Maschine. Foto: sh

Süßes vom „Gummibär der Herzen“

Wolfratshausen - Wolfratshausen - Bürgermeister Helmut Forster ist im Urlaub. Vertreten wird er von seinem Vize Peter Plößl. Dem macht der Job sichtlich Spaß.

Wenn in diesen Tagen die schwere Holztür zum Büro des Bürgermeisters aufgeht, lächelt Vorzimmerdame Helga Hacibekiroglu nicht Helmut Forster entgegen: Weil das Stadtoberhaupt im Urlaub ist, winkt ihr morgens der zweite Bürgermeister Peter Plößl. Für Hacibekiroglu findet der Rathauschef nur lobende Worte: Ihrem „so wunderbaren Kaffee“ könne selbst er als leidenschaftlicher Teetrinker nicht widerstehen. Auch sonst könne sich Plößl „zu 100 Prozent“ auf die Sekretärinnen Hacibekiroglu und Claudia Holzer - derzeit ebenfalls im Sommerurlaub - verlassen. „Das ist unabdingbar. Man wird doch ins Tagesgeschäft hineingeworfen“, erzählt er unserer Zeitung. Wie zum Beweis hält einen Zettel mit allen Terminen hoch, den die Vorzimmerdame angefertigt hat. Geburtstage, Ortstermine, Besprechungen - alles ist vermerkt und „erleichtert den Arbeitsalltag“.

Der Morgen beginnt im zweiten Stock des Rathauses immer gleich: Hacibekiroglu bringt die Heimatzeitung ins Bürgermeisterbüro und serviert Kaffee. Jeden Tag wählt sie die Tasse mit dem Motiv des Flottendienstbootes Oste aus, dessen Patenschaft die Flößerstadt übernommen hat. „Das Bild freut mich immer aufs Neue“, erklärt Plößl. Nach dem ersten Haferl, betont der Wolfratshauser, suche er aber wie daheim selbst die Kaffeemaschine auf. Weil ihm seine Frau daheim „den Kaffee auch nicht hinterher trägt“, sorgt Plößl selbst für Nachschub.

Dann kümmert sich der Übergangs-Rathauschef ums Tagesgeschäft. Bevor er Beschlüsse unterschreibt, liest er sich in die Themen ein. „Ich informiere mich und unterhalte mich mit meinen Mitarbeitern“, sagt Plößl. Seine Unterschrift setzt er mit einem Füllfederhalter, den er von zuhause mitbringt, unter die Dokumente. Ansonsten biete das Büro alles, was er braucht: ein uriges Ambiente, Ruhe - und „einen Computer, der viel langsamer ist als meiner daheim“, sagt Plößl und lacht. Die „hohe Kunst, das Telefon zu bedienen“ habe anfangs ebenfalls Schwierigkeiten gemacht. Hacibekiroglu ging Plößl aber nach seinen verzweifelten Zurufen helfend zur Hand. Dafür redigiert der Deutschlehrer Briefe für die Vorzimmerdame, wenn sie ihn darum bittet.

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