Im Suff schlägt Maurer mit Masskrügen zu

Eurasburg/Wolfratshausen - Gleich mehrfach hat ein 38-jähriger Maurer im Rausch diverse Spezln mit Masskrügen attackiert. Die Opfer verzichteten auf Anzeigen - trotzdem muss der Mann jetzt in den Knast.

Wenn er getrunken hat, verliert er rasch die Beherrschung. Und weil der Eurasburger (38) gerne und viel trinkt, kommt er häufig mit dem Gesetz in Konflikt. Wegen diverser Körperverletzungsdelikte und anderer Straftaten summieren sich seine Gefängnisaufenthalte auf mehrere Jahre. Erst Mitte März kam er nach Verbüßung seiner letzten Haftstrafe wieder in Freiheit. Nun schickte Amtsrichter Helmut Berger ihn erneut für ein Jahr und zehn Monate hinter Gitter.

Kaum zwei Wochen, nachdem er wieder auf freiem Fuß war, geriet der 38-Jährige mit einem Wohnungsnachbarn („der hat blöd daher geredet“) in Streit. Der endete damit, dass der Angeklagte seinem Nachbarn einen Bierkrug gegen die Schläfe schlug. Als die Polizei eintraf, saßen die beiden Streithähne wieder friedlich vereint beim Bier. Anfang April schubste der 38-Jährige einen anderen Mitbewohner erst zu Boden, schlug ihm dann mit der Faust ins Gesicht, würgte ihn und drohte: „Ich bring’ dich um.“ Ende April war derselbe Mitbewohner erneut Zielscheibe der Wutausbrüche des Angeklagten. Diesmal bekam der Geschädigte einen Steinkrug gegen den Hinterkopf und zog sich dabei eine blutende Wunde zu.

„Ich gestehe, dass ich das gemacht habe“, sagte der 38-jährige gelernte Maurer, der derzeit von Hartz-IV lebt, in der Verhandlung vor dem Wolfratshauser Amtsgericht. „Aber warum denn?“, wollte Richter Helmut Berger wissen. „Das ist der Suff“, antwortete der Angeklagte schulterzuckend. Bei den drei Vorfällen hatte er jeweils mehr als zwei Promille Alkohol im Blut, seinen Konsum bezifferte er mit „einem Kasten Bier am Tag“. Trotz teilweise nicht unerheblicher Verletzungen hatten die Geschädigten kein Interesse an einer Strafverfolgung ihres Spezls. „Zuerst trinken sie, dann schlagen sie sich – und dann trinken sie wieder“, stellte Berger kopfschüttelnd fest. „Faustschläge und Drohungen mögen bei Ihnen an der Tagesordnung sein. Aber sie sind keine Rechtfertigung.“

Der Richter blieb mit seinem Urteil dennoch deutlich unter dem Antrag des Staatsanwalts. Der hätte den Angeklagten gerne ein Jahr länger eingesperrt gesehen.

Rudi Stallein

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