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Surf-Projekt stockt noch

Wolfratshausen - Es ist weiterhin unklar, wie es mit dem geplanten Surfwellen-Projekt unterhalb der Weidachmühle weitergeht. Im schlimmsten Fall kann das Vorhaben nicht umgesetzt werden. Ingenieure beraten derzeit mit dem Kraftwerksbetreiber.

„Wir führen derzeit Gespräche mit dem dortigen Kraftwerksbetreiber“, sagt Tourismusmanagerin Gisela Gleißl zum Stand des Verfahrens auf Nachfrage unserer Zeitung. Bis ein Kompromiss gefunden sei, könne die Machbarkeitsstudie nicht abgeschlossen werden. Die hatte der Stadtrat im November in Auftrag gegeben. Damals ging die Verwaltung davon aus, dass die Ergebnisse im Dezember oder Januar vorliegen. „Die Ingenieure besprechen derzeit die technische Lage mit dem Werksbetreiber“, so Gleißl. „Das dauert noch.“

Ein Knackpunkt bei der Debatte sei die Wassermenge, die für einen konstanten Betrieb der Welle im Nebenarm der Loisach vorhanden sein muss. Bislang schwankt die Wassermenge stark. Änderungen am Wasserspiegel müssen erst mit den Interessen des Memminger Kraftwerksbetreibers in Einklang gebracht werden, sagt Gleißl. Schon bei der Vorstellung des Projekts im Stadtrat hatte Bürgermeister Helmut Forster darauf hingewiesen, dass viel vom Votum des Memmingers abhängt. In einem Vorgespräch mit dem Rathauschef habe sich dieser zwar vorsichtig optimistisch geäußert, der Stadt vor einer Entscheidung aber „Hausaufgaben“ aufgetragen, betonte Forster damals.

Wie berichtet erhofft sich die Stadt mit der Surfwelle die Schaffung eines neuen „Tourismusmagneten“ (Gleißl). In München erfreut sich das Wellensurfen am Eisbach und an der Floßlände in Thalkirchen größter Beliebtheit, beide Anlagen sind oft überfüllt. Mit der Wolfratshauser Alternative sollen nach Gleißls Vorstellung zahlungskräftige Sportler mittleren Alters in die Flößerstadt gelockt werden. Für die Erstellung der Machbarkeitsstudie sind die Wasserbau-Experten Dr. Roland Hoeppfner aus Wolfratshausen und Prof. Markus Aufleger aus Penzberg zuständig. Der Standort unterhalb der Weidachmühle sei „ausgesprochen gut geeignet“, betonten die Forscher gegenüber unserer Zeitung. Um das Wasser zu einer Welle aufzubäumen, ist laut Hoepffner ein baulicher Eingriff nötig. Anschließend fließe das Wasser „statt über die rauen Wasserbausteine über eine definierte Rampe“. Mit einer ähnlichen Vorgehensweise schufen die Wissenschaftler die so genannte „Almwelle“ in Salzburg. Auch sie ist bei Surfern äußerst beliebt.

Sebastian Dorn

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