"Es würde uns entlasten"

Geplante Surfwelle: Die Szene wartet schon

Wolfratshausen - Die Münchner Surfer freuen sich darauf, dass in Wolfratshausen eine neue Welle entstehen soll. Es würde sie sehr entlasten.

In der Münchner Surferszene wird schon länger gemunkelt, dass in Wolfratshausen eine Welle entstehen soll. „Ich habe im Sommer zum ersten Mal davon gehört, und ich würde mich total freuen, wenn das klappt“, sagt Petra Offermanns, Sprecherin der Interessensgemeinschaft Surfen in München (ISGM). „Es würde uns total entlasten.“

"Wir sind am Rande der Kapazitäten"

Die Münchner Surfer sind eigentlich ein verschwiegener Zirkel. Sie sehen es gar nicht gern, wenn viel über ihr spektakuläres Hobby in Magazinen, Funk und Fernsehen berichtet wird. Zu groß ist ihre Sorge, dass dann noch mehr Wellenreiter auf die begrenzten Möglichkeiten drängen, die in München zur Verfügung stehen. „Wir sind am Rande der Kapazitäten“, sagt Offermanns.

Es gibt drei Möglichkeiten

Eine Möglichkeit ist der Eisbach an der Prinzregentenstraße, direkt am Haus der Kunst. Dieser „Spot“, wie Surfer sagen, ist so berühmt, dass er weltweit in Reiseführern erwähnt wird. Dort sind das ganze Jahr über, auch im tiefsten Winter, Surfer und Schaulustige zu finden. Aber: Die Welle ist nicht ganz ungefährlich, man muss schon ein Meister auf dem Brett sein, um hier zu bestehen. Eine andere, für Anfänger geeignete Sportstätte ist die Floßlände in Thalkirchen. Aber: „Da geht es mehr schlecht als recht“, sagt Petra Offermanns. Dort erzeugen die Stadtwerke Ökostrom, die Welle ist ein Nebeneffekt, der nur manchmal auftritt. Die Folge: „Da stehen am Wochenende bis zu 40 Leute an und warten bis zu einer halben Stunde, damit sie ein paar Sekunden wellenreiten können.“ Dritte Möglichkeit: Die Isar. Aber: Das Surfen ist noch nicht in die Bade- und Bootsverordnung aufgenommen, das heißt: nicht legalisiert. Außerdem sind durch die Renaturierung ein paar Stellen, wo es theoretisch möglich wäre, verschwunden.

Der Leidensdruck ist groß

Der Leidensdruck unter den Großstadt-Sufern - die meisten sind zwischen 18 und 40 Jahre alt - ist also groß. Deshalb beobachten sie auch ganz genau, was derzeit in Wolfratshausen passiert. Ausweichmöglichkeiten im unmittelbaren Münchner Umland gibt es derzeit kaum. Im Alpamare in Bad Tölz gibt es eine Indoor-Anlage, die mit dem Badumbau aber geschlossen wird. Auch am Münchner Flughafen wird eine künstliche Welle betrieben, sie liegt zwischen Terminal 1 und 2. „Etwas Natürliches wäre uns natürlich lieber“, sagt Offermanns. (vu/dor)

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