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Das Auwald Trio in Action: Am F reitagabend gastierte die Jazz-Band in der Loisachhalle.

Tanz der Flaschengeiger

Auwald-Trio zu Gast in der Loisachhalle

Ja, was ist denn da los? Dieser Gedanke kam am Freitagabend beim Betreten der Loisachhalle auf. Zum Auftritt der Jazzband namens Auwald Trio waren jede Menge Eltern mit Kindern im Grundschulalter anwesend. Das hatte einen speziellen Grund.

Wolfratshausen – Schlagzeuger Lorenz Rutigliano ist auch Musiklehrer an der Wolfratshauser Musikschule und hatte seine Schützlinge reihenweise angelockt, damit sie erleben, wie ein richtiger Jazz-Drummer den Besen schwingt. Kurzum: Was dieses Trio präsentierte, war ein Konzert mit vielen musikalischen Ausdrucksformen. Vom Swing bis zum Landler war alles dabei. Zum Auwald Trio um den Allgäuer Pianisten Christian Ludwig Mayer gehört neben Rutigliano am Schlagzeug auch Kontrabassist Ludwig Leininger. Komplexe Jazz-Improvisationen, die normalerweise gerne zu schwieriger Kost abheben, holen diese Musiker mit erdigem Rhythmus zurück auf den Boden der Tatsachen. Verschiedenste Stilelemente tauchen auf und verschwinden übergangslos wieder, wie etwa ein Tango, ein Charleston, ein Walzer, ein französischer Musette oder alpenländische Elemente.

„Tanz der Flaschengeiger“ bezeichnend für die kunstvolle Spielweise

Bezeichnend für die kunstvolle Spielweise des Auwald Trios ist ein Titel namens „Tanz der Flaschengeiger“. Mit einem dahin schreitenden, sparsam gezupften Kontrabass-Ton führte Leininger ins Stück ein, setzte noch zwei akzentuierte Bogenzüge und überließ dem Pianisten Mayer seinen freien Improvisations-Lauf. Langsam steigerte Rutigliano mit Stick und Besen den Rhythmus, bis er schließlich ekstatisch ins Schlagzeug-Solo verfiel – zum Bauklötze-Staunen seiner jungen Zuschauer. Das klingt ziemlich superlativ – und das war es auch.

Permanente Dynamik durch integrierte Stilwechsel

Das Besondere am Auwald-Jazz sind die integrierten Stilwechsel bis hin zu orientalischen Takten, und die dadurch permanente Dynamik. Das Auwald Trio spielt keine Jazz-Standards. Es sind überwiegend selbst geschriebene Stücke aus der Feder des Allgäuer Pianisten Mayer. Zum Beispiel einen „Jodler in düsteren Zeiten“, ein „Gute Nacht-Stückle“ oder einen „Landler für die kloane Liab“.

Slapstick-Einlage à la Charlie Chaplin

Ganz nebenbei bemerkt: Mayer ist auch ein kleiner Komiker, der zwischendurch gerne mal Chaplin-Slapsticks als Einlage macht. Da stieß sich der Pianist beispielsweise den Kopf am Mikrofon an, sodass er gleich in korrekter Position für den nächsten Tastenanschlag saß. Oder er stolperte beim letzten Beckenanschlag vom Klavierhocker, natürlich zur allgemeinen Erheiterung der Kinder im Publikum, die – und dafür gebührt ihnen Respekt – bei der hochanspruchsvollen Jazzmusik zwei Stunden lang still und staunend auf ihren Plätzen saßen.

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