Taschenrechner statt Trillerpfeife

- VON THOMAS WENZEL Bad Tölz-Wolfratshausen - Was ist das wichtigste Instrument eines Fußballtrainers sechs Spieltage vor Saisonende? Die Trillerpfeife, Sepp Herbergers Taktiklehrbuch oder der Taschenrechner? In der Kreisklasse 2 sind die Übungsleiter jedenfalls schon kräftig am Rechnen, wie viele Punkte ihre Mannschaft noch holen muss, um das vorgebenen Saisonziel zu erreichen.<BR>

Ganz klar auf Titelkurs steuern die SF Egling. Deshalb hat Co-Trainer Franz Beierbeck hat auch schon eine Prognose aufgestellt, wann die Sektkorken knallen dürfen: "Wir haben noch sechs Partien. Wenn wir drei gewinnen, sind wir durch." Eine Hochrechnung, die aufgehen dürfte, denn zuletzt beim 8:2-Kantersieg in Brunnthal zeigten die Sportfreunde "60 Minuten lang Super-Fußball" (Beierbeck). Ein Sonderlob des Co-Trainers gab`s für den dreifachen Torschützen Dragan Kovacevic sowie Valentin Morina, der ein gelungenes Comeback feierte. An diese gute Leistung will Egling am morgigen Samstag beim FC Miesbach II anknüpfen. "Aber es ist Vorsicht geboten: In Miesbach haben wir uns immer schwer getan", warnt Beierbeck.<P>Rote Zahlen schreibt bislang in der Rückrunde der SC Baierbrunn. Das Schlusslicht hat zwar nur 45 Treffer kassiert, aber erst 20 Mal in den gegnerischen Kasten getroffen. "Wir haben einfach keinen Torjäger", klagt Pressesprecher Christian Themel. Immerhin habe die Mannschaft nun begriffen, "dass es gegen den Abstieg geht". Gegen den BCF Wolfratshausen II habe das Team "bis zehn Minuten vor Schluss gut mitgehalten", dann aber mit 1:3 das Nachsehen gehabt. "Symptomatisch", so Themel. Zugleich zeigt er sich zuversichtlich für die Sonntags-Partie in Otterfing: "Wenn wir ähnlich gut spielen und kämpfen wie gegen Farchet, haben wir eine Chance." Ein Sieg sei gegen den Tabellennachbarn in jedem Fall Pflicht: "Mit einem Punkt können wir in unserer Situation nicht zufrieden sein."<P>Wiedergutmachung ist auch bei Olympic Geretsried angesagt. Die 1:9-Klatsche in Brunnthal wurmt Sprecher Eckardt Teiber gewaltig: "Das war brutal, aber auch verdient." Beim ASV Miesbach wollen die Griechen nun beherzter zur Sache gehen, wenngleich die Personalnot groß ist. Teiber: "Wir haben keinen Torhüter und die komplette Sturmreihe fehlt."<P>Obwohl die FF Geretsried im gesicherten Mittelfeld der Tabelle rangieren, stellt Guido Herberth Hochrechnungen an. "Wir haben derzeit 29 Punkte, mit 32 ist der Klassenerhalt in jedem Fall gesichert", meint der FFG-Coach, der zum Saisonende als Co-Trainer zum BCF Wolfratshausen wechselt. Deshalb ist er auch darum bemüht, mit seinem jetzigen Team noch Platz sieben oder acht zu erreichen: "Ich möchte meinem Nachfolger Predrag Radosevic eine gute Mannschaft mit einer guten Abschlussplatzierung übergeben." Deshalb würde Herberth auch gerne beim morgigen Gastspiel in Waldram seinem Freund, DJK-Abteilungsleiter Peter Kunzmann, die Punkte stibitzen. "Wir können befreit aufspielen", meint der FFG-Trainer, warnt jedoch vor Revanchegelüsten des Gegners: "Waldram hat die unglückliche 0:1-Niederlage bei uns bestimmt nicht vergessen."<P>Eben an jene Hinspielpleite erinnert Peter Kunzmann die Kicker der DJK Waldram auch vor dem morgigen Derby. "Da steht noch eine Rechnung zur Begleichung offen", mahnt der Spartenleiter. Er baut darauf, dass die Grün-Weißen ihre Serie von zuletzt vier Siegen ausbauen und vielleicht sogar ein wenig südamerikanisches Fußball-Flair verbreiten: "Vamos, Muchachos - gemeinsam zum Erfolg", fordert Kunzmann die Seinen auf. Urbayerisch dürfte es nach dem Schlusspfiff zugehen, wenn die DJK gemeinsam mit den befreundeten FFG-Kickern die Grillsaison eröffnet.<P>Gleich zweimal im Einsatz ist in diesen Tagen der BCF Wolfratshausen II. Bereits am Donnerstagabend war der FC Miesbach II im Isar-Loisach-Stadion zu Gast, am Samstag um 13.15 Uhr geht es gegen den TSV Wolfratshausen. "Die Wölfen haben unserem Wunsch entsprochen, das Derby auf Samstag vorzuziehen", bedankt sich Coach Andi Brunner. Im Gegenzug will er möglichst wenige Aktive aus dem Landesliga-Team einsetzen: "Wir werden uns da zurückhalten." Ohnehin stehen der Reserve mittlerweile genügend Kicker zur Verfügung - zuletzt feierte auch Keeper Willi Puchtinger nach langer Verletzungspause sein Comeback. Im Derby wollen die Farcheter in jedem Fall ihre weiße Weste von zuletzt vier Siegen in Folge wahren. Brunner: "Wir wollen am Ende auf Platz sieben stehen."<P>Rechenbeispiel Nummer sieben nennt der TSV Wolfratshausen. "Natürlich ist Platz zwei noch unser Ziel", betont Pressesprecher Hans Wiedner, dessen Elf vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz aufweist. Gepatzt haben die Wölfe zuletzt gegen Miesbach II - eine Partie, über die Wiedner wenig erbaut war. "Jetzt kann die Mannschaft zeigen, dass die Kritik unberechtigt war", fordert der TSV-Sprecher, der sich aus dem Derby gegen den BCF Wolfratshausen II einen Punktgewinn erwartet. Seine Hoffnung für die Endabrechnung: "Wenn Darching Federn lässt, dann müssen wir da sein."<P>

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