Ochsenrennen: Tierschützer schlagen Alarm

Münsing - Die Organisation Animal 2000 hat beim Ochsenrennen angebliches Beweismaterial für Tierquälerei gesammelt. Das Landratsamt und die Veranstalter verstehen die Aufregung nicht.

Mit einer Pressemitteilung haben sich Mitglieder des Vereins „animal 2000 - Menschen für Tierrechte Bayern“ und der britischen Organisation „Fight against Animal Cruelty in Europe (FAACE)“ an unsere Zeitung gewandt. Sie waren beim Ochsenrennen am Sonntag vor Ort, um die Einhaltung der Tierschutzauflagen zu kontrollieren. „Leider sind wir fündig geworden“, schreibt die stellvertretende Vorsitzende von animal 2000, Mechthild Mench.

Die Aktivisten kritisieren, dass Hunde von Zuschauern direkt an die Rinder herangelassen worden seien. Der „massiv übergewichtige“ Ochse Effendi hätte zudem ihrer Meinung nach nicht starten dürfen; er habe beim Lauf hinten links gelahmt. Außerdem seien Stöcke zum Antreiben der Rinder benutzt worden. Dem Ochs Dimitri sei der Schwanz verdreht, beziehungsweise verbogen worden, um ihn in Bewegung zu setzen. Die Aktivistin ist sich sicher, dass Dimitri Schmerz im Sinne des Tierschutzgesetzes zugefügt wurde. Sie kündigt an, der Veterinärabteilung am Landratsamt eine Videoaufnahme von diesem Vorgang zuzusenden.

Für den Leiter der Abteilung, Dr. Anton Wurm, könnte dies der einzige berechtigte Kritikpunkt sein. „Ich muss erst das Video sehen, um sagen zu können, ob das Drehen des Schwanzes dem Tier wirklich weh getan hat. Ein behutsames Verdrehen ist einem Rind allenfalls lästig und nicht verboten“, sagt Wurm. Alle übrigen Vorwürfe würden nicht zutreffen. Amtsveterinär Dr. Georg Unterholzner habe sich sowohl vor als auch während des Rennens von der Einhaltung der Tierschutzauflagen überzeugt (wir berichteten).

Was Wurm ärgert, ist die Tatsche, dass die Tierschützer Dr. Unterholzner - im langen Stallmantel leicht erkennbar - nicht vor Ort auf die angeblichen Missstände angesprochen haben. „Dann hätte er der Sache gleich nachgehen können“.

Auch der Vorsitzende der Münsinger Ochserer und Besitzer von Effendi, Joseph Großmann, versteht die Aufregung nicht. Die Ochserer als Veranstalter verweisen auf das Veterinäramt, das von Anfang an alles im Griff hatte. „Unsere Ochsen werden wie Familienangehörige behandelt. Die haben ein schöneres Leben als mancher Wellensittich, der nie aus seinem Käfig raus kommt.“ (tal)

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