Der erste Tag wird zur Herausforderung: Oda Tiemann (li.) und Tasmin Gutwald als Duo „Tuó“ auf Konzerttour. Foto: tas

Tuó on Tour: „Das hier ist kein Zuckerschlecken“

Wolfratshausen - Das Duo Tuó, Oda Tiemann und Tasmin Gutwald, ist momentan auf Konzert-Tour. Schon ihr erster Tag in Darmstadt wird zur Herausforderung.

An unserem ersten Tourtag läuft wirklich alles anders als gedacht: Kein bunt bemalter Tourbus, aus dem die Musik der „Gipsy Kings“ herausdröhnt, keine herunter gelassenen Fensterscheiben, die einem den Sommerwind um die Nase wehen lassen. Mit den anderen beiden Bands „Leaf“ und „Rikie Lee Kroell“ sind wir in München verabredet. Dort stehen auch die beiden Sprinter für unsere Tour bereit. Nichts mit bunt bemalt, und vor allem nichts mit Musik. Denn die Anlage im Wagen ist defekt.

Bei 30 Grad im Schatten wird dieser Morgen zu einer echten Herausforderung. Sieben Gitarren, etliche weitere Instrumente, zwölf Koffer und eine Menge tontechnische Geräte müssen ordentlich und sicher verstaut werden.

Um 13.30 Uhr können wir uns auf den Weg nach Darmstadt machen - unsere erste Konzertstation. Elf Personen und zwölf Koffer sind im grünen Sprinter untergebracht. Es ist heiß im Bus. Gefühlte 40 Grad machen die Fahrt zur Qual. Trotzdem versuchen alle entspannt und gelassen zu bleiben. Es herrscht eine freundlich-familiäre Stimmung, als würde man sich schon seit Ewigkeiten kennen. Hier gibt es kein Deins und Meins - im Bus wird alles brüderlich geteilt.

Die lange Fahrt schlagen wir mit Schlafen tot. Für ein entspanntes Nickerchen - einfach Kopfhörer aufsetzen. So vergisst man wenigstens für eine Weile die furchtbare Hitze. Nach knapp vier Stunden Fahrt kleben die Klamotten am Leib, jeder im Bus hofft auf eine Dusche. Falsch gedacht: Nach der Ankunft geht es sofort zum Soundcheck zu einer kleinen Bühne im Garten einer Bar, direkt am Hauptbahnhof von Darmstadt. Wundervoll ist es hier. Zum genießen bleibt jedoch keine Zeit, alles muss sofort ausgeladen und aufgebaut werden. Wir als Tourneulinge merken schnell: Das hier ist kein Zuckerschlecken. Um 19 Uhr ist zwar das Grundgerüst für das Konzert aufgebaut, doch einen Soundcheck hatten wir bis dahin nicht. Und um 19.30 Uhr ist schon Einlass.

„Rikie Lee Kroell“, „Leaf“ und wir haben jeweils rund 45 Minuten Zeit, um die Instrumente aufzubauen und anzuspielen. Nach unserem Soundcheck um 21 Uhr geht es endlich los. Wir haben keine Zeit mehr, nochmal von der Bühne zu verschwinden. Es wird sofort gespielt. Eine halbe Stunde haben wir Zeit, um unsere Lieder zum Besten zu geben. Es läuft gut. Knapp 30 Zuschauer sitzen gemütlich im Gras und lauschen den Klängen. Mehr haben wir gar nicht erwartet. Jetzt wird noch den anderen beiden Bands zugeschaut. Eigentlich der entspannende Teil des Tages, doch wir sind so hundemüde, dass wir uns kaum noch konzentrieren können. Neben den Melodien von „Leaf“ und „Rikie Lee Kroell“ verkaufen wir noch hie und da ein Exemplar unserer frisch gepressten, ersten CD.

Der erste Konzertabend geht schnell vorbei. Müde, kaputt, aber doch glücklich fahren wir in unserer Hotel. Ein gutes Gefühl, endlich um ein Uhr morgens ein Bett unter sich zu haben. Morgen geht der Spaß von vorne los. Und zwar um 8 Uhr morgens. Doch wir freuen uns schon sehr auf unser Konzert in Hamm und die familiäre Stimmung in unserem kleinen grünen Tour-Sprinter.

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