Ein Trauerspiel

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Ein Bürgerentscheid ist eine ernste Sache. Erst recht, wenn es um ein so sensibles Thema wie eine Suchthilfeeinrichtung für Drogenabhängige geht. Insofern hatte der Stadtrat Recht, dass er am Samstag streng nach den Buchstaben des Gesetzes vorging. Dennoch wird es auf Unverständnis stoßen, dass die Sitzung so kurzfristig anberaumt wurde und den Initiatoren des Bürgerbegehrens schriftlich eine Frist von 24 Stunden gesetzt wurde, ihre Stellungnahme zu formulieren. Dem Druck, dem sie seit Wochen ausgesetzt sind, geben die Stadträte jetzt weiter. Aber damit mussten die Initiatoren rechnen. Wer ein Bürgerbegehren startet und 3335 gültige Unterschriften sammelt, sollte wissen, welche Hausaufgaben er zu machen hat. Da kann man nicht derart unvorbereitet in eine Sitzung gehen und sich dem Vorwurf aussetzen, keine Argumente zu haben. Es ist im Interesse beider Seiten, wenn der Bürgerentscheid möglichst schnell über die Bühne geht. Die nächsten sechs Wochen - das hat das Trauerspiel am Samstag gezeigt - werden für Geretsried schwer genug.<P>SCHÖRNER<P></P>

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