Prof. Elmar Baur beklagt den mangelnden Bildungshunger. Fotos: red

Über die Misere im Bildungssystem

Geretsried - Daten und Fakten, die betroffen machen, präsentierte Silvia Teschauer, stellvertretende Bezirksvorsitzende der Europa-Union, in der Mensa des Geretsrieder Schulzentrums.

Unter dem Titel „Und raus bist du...“ sprach Teschauer über die Bekämpfung von Bildungsmangel und Armutsgefährdung in Europa und machte deutlich: Im Bereich der Bildung mischt Deutschland längst nicht mehr vorne mit.

„Ich bin mehr als erschüttert. Das ist dramatisch. Wir sind abgerutscht bis zur Bedeutungslosigkeit“, sagte Hans-Jürgen Göbel, Kreisvorsitzender der Europa Union, und fragte sich, wer hier schlafen würde. Schließlich seien die Deutschen nicht dümmer als beispielsweise die Inder. Außerdem habe Deutschland eine sehr viel bessere Startposition gehabt als manch anderes Land, das jetzt die Nase vorne habe.

Prof. Elmar Baur, ehemaliger Geschäftsführer bei EagleBurgmann, beklagte den mangelnden Bildungshunger der Deutschen. „Während in den asiatischen Ländern sogar die Ärmsten ihr letztes Hemd opfern, damit ihre Kinder etwas lernen, wird die Bildung bei uns nicht mehr hoch genug geschätzt“, sagte er.

Realschulrektor Peter Halke warnte davor, zu pauschalisieren. Allerdings beklagte auch er, dass in Deutschland viele Schüler das Lernen als etwas Lästiges empfinden würden. In Entwicklungsländern hingegen sei der Schulbesuch ein Privileg. „Dort leben die Menschen in Not und wissen, dass sie nur über die Bildung da rauskommen“, sagte Halke. Er vermutet, dass auch das deutsche Sozialsystem viele daran hindert, sich anzustrengen.

Der Schulleiter betonte die enorme Bedeutung der Ganztagsschule. „Wir brauchen die Jugendlichen länger an der Schule, damit wir das Wissen besser in die Köpfe bringen und es nicht am Nachmittag schon wieder von anderen Einflüssen zugedeckt wird.“ Auch eine Bildungsreform befürwortet Halke. Dafür sei allerdings ein bundesweiter Konsens nötig. Derzeit würden sich allein in Bayern die Politiker in dieser nahezu „religiös betriebenen Diskussion“ die Köpfe einschlagen. Jeder wolle es besser wissen. So sei eine Einigung kaum möglich. (njd)

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