Von Uhus und Sambakauzen

- Geretsried – „Jeden Tag eine gute Tat“: So lautete früher einmal der Leitspruch der Pfadfinder. Das Bild vom uniformierten, Halstuch tragenden kleinen Wölfling, der der alten Omi über die Straße hilft, ist längst überholt. Heute heißt es, man solle sich einmal am Tag zu etwas überwinden, sagt Hans Peter Durlesser, ehemaliger Stammesführer der Geretsrieder „Eulen“. Es gehe um Werte wie Zusammenhalt, Verantwortungsbewusstsein und um eine Art „Generationenvertrag“. Seit 1907 gibt es Pfadfinder in Europa. In Geretsried hat sich vor genau 30 Jahren eine Ortsgruppe gebildet (siehe Kasten) – Grund für die etwa 40 Mitglieder, den Geburtstag am Samstag mit einem fröhlichen Spielenachmittag zu feiern.

von Tanja Lühr <P>Zahlreiche Ehemalige waren zu dem Fest rund um das Stammeslager &#8222;Eulennest&#8220; auf die Böhmwiese gekommen. Zu den Frauen der ersten Stunde gehört Sabine Mück. Als 16-Jährige hat sie bereits eine Gruppe von zehn Kindern geleitet &#8222;Das ist Teil unseres Konzepts: Den Heranwachsenden wird im Lauf der Zeit immer mehr Verantwortung übertragen&#8220;, erklärt der Ortsgruppen-Vorsitzende Dominik Wendel. Ein weiteres Prinzip: Jeder findet seinen Stärken entsprechend eine Nische bei den Pfadfindern. Der eine ist handwerklich geschickt, der andere bringt sich mit Kochen oder Musizieren ein. <P>Alle in der Gemeinschaft halten sich an die neun Grundregeln. Dazu zählen Hilfsbereitschaft, die zuverlässige Teilnahme an den Treffen und der Schutz der Natur. &#8222;Es sind eigentlich ganz einfache Regeln&#8220;, sagt Wendel, genauso einfach wie die Aktivitäten der drei &#8222;Sippen&#8220;. Die Jüngsten, die Wölflinge, werden in Geretsried &#8222;Uhus&#8220; genannt. Die Mädchen und Buben sind zwischen sechs und zwölf Jahre alt. Mit ihrem Stammesführer erkunden sie die nähere Umgebung, spielen, basteln, singen und veranstalten jeden Sommer ein Zeltlager. <P>Das einwöchige Lager gefällt Matthias Pelger am besten neben den &#8222;Things&#8220;. Das sind Aufgaben in der Natur, für deren Bewältigung man Auszeichnungen erhält. Der Zwölfjährige freut sich darauf, statt des gelben Halstuches der Wölflinge bald das blau-gelbe der Pfadfinder tragen zu dürfen. Dann gehört er zu den &#8222;Sambakauzen&#8220; (zwölf bis 17 Jahre). Sie unternehmen bereits ohne Aufsichtsperson Tagesausflüge. Mindestens einmal pro Jahr gehen sie &#8222;auf große Fahrt&#8220;. Heuer heißt das Reiseziel Estland. <P>Die Jugendlichen müssen alles selbst organisieren, vom Einkauf der Verpflegung über die Zugfahrt bis zum Aufbauen der Jurten (Zelte). Denn &#8222;Lernen durch Tun&#8220; heißt ein weiteres, wichtiges Motto der Bewegung. Die Hauptaufgabe der über 18-jährigen &#8222;Rover&#8220; besteht darin, den Jüngeren stückweise Verantwortung zu übertragen. <P>Laut dem Zweiten Vorsitzenden Wolfgang Zejda plagen die &#8222;Eulen&#8220; im Moment leichte Nachwuchssorgen. Ein bisschen Werbung konnte deshalb nicht schaden. So präsentierten sich die Pfadfinder am Samstag von ihrer besten Seite. Sie hatten einen Sinnesparcours, Geschicklichkeitsspiele und einen Clownauftritt vorbereitet. Die Attraktion des heißen Nachmittags war eine Wasserrutsche aus Plastikplanen, dank der bald alle kleinen Besucher patschnass waren. <P>

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