Ungetrübter Blick fürs richtige Programm

- Nur 1:2: BCF bietet Spartak die Stirn

Antalya - Wer erinnert sich nicht an diese seltsamen Augen des leider schon verstorbenen russischen Coaches Valerie Lobanowski? Ein schweigsamer Mann mit stechendem Blick aus wässrigen Pupillen. Vielleicht hatten der Stress auf der Trainerbank und ein ungesunder Lebenswandel Lobanowskis Blick getrübt. Unter russischen Trainern scheint das keine Seltenheit zu sein: Der Übungsleiter der U 23-Equipe von Spartak Moskau - gestern Testspielpartner des BCF Wolfratshausen in dessen türkischem Trainingslager - ist noch keine 40 - aber seine Augen schimmern so vergilbt, als hätten sie noch Lenin gesehen.

Die Moskauer Truppe, gespickt mit Talenten aus sieben Jahrgängen (1980-87), ist physisch stark, verbissen und geht kompromisslos in die Zweikämpfe. Und jeden kleinen Fehler quittiert ihr Trainer mit grimmigem Blick. Der BCF nahm den Kampf an, hielt entschlossen dagegen, bot dem Nachwuchs des renommierten Hauptstadtklubs 90 Minuten lang die Stirn. Trotz eines Treffers von Martin Enax unterlag der Landesligist aber am Ende - wie schon gegen den Zweitligisten aus Unterhaching - mit 1:2.

"Muborç yigidin kamçisidir", heißt ein türkisches Sprichwort: "Wer seine Schulden bezahlen will, muss mehr arbeiten." BCF-Chefcoach Andi Brunner wählte in der gesamten Vorbereitung die Kontrahenten nach dem Prinzip aus: "Es kann nicht hart genug sein." Denn die 30 Gegentore in der ersten Saisonhälfte empfand der Übungsleiter "für eine Spitzenmannschaft als zu hohen Schuldenstand". Nach den guten Resultaten zuletzt richtet sich sein Blick nun nach vorne - klar und ungetrübt.red

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