Vereine, bitte zur Kasse

- Neue Diskussion um Benutzungsgebühr

VON SANDRA SEDLMAIER Wolfratshausen - Wer ein städtisches Gebäude nutzt, soll künftig zahlen. Das beschloss der Stadtrat im Zuge der Sparmaßnahmen. Im Gespräch sind zwei Euro pro 45 Minuten. In der nächsten Kulturausschusssitzung am Donnerstag, 4. März (Beginn: 18 Uhr im Rathaus), kommt das für viele unliebsame Thema zur Diskussion. Der berufsmäßige Stadtrat Peter Struzyna, der sich um die Konsolidierung der Stadtfinanzen kümmert, rechnet mit einer Entscheidung.

Die beiden großen Sportvereine BCF und TSV bemühen sich derzeit um die Gründung einer Sportbetriebsgesellschaft. Wie berichtet möchte die Stadt den Vereinen das Isar-Loisach-Stadion mit Sportheim übergeben. Zwar zahlt die Stadt einen Zuschuss, dennoch spart sie sich voraussichtlich 50 000 Euro in diesem Jahr.

Stadt will 2005 100 000 Euro sparen

"Heuer 50 000, und ab dem Jahr 2005 100 000 Euro jährlich", nennt Struzyna die Sparvorgaben aus der Klausurtagung. "Das war ein Grundsatzbeschluss", unterstreicht er. Um die 100 000 Euro Einsparung zu schaffen, sei die Benutzungsgebühr unvermeidlich. Betroffen seien alle Vereine und Gruppierungen, die städtische Liegenschaften benützen. Also auch die Sportvereine TSV und BCF, wenn sie in der Dreifachturnhalle am Hammerschmiedweg oder in der Mehrzweckhalle Farchet trainieren. Aber auch die Volkshochschule, wenn sie Kurse in der Volksschule am Hammerschmiedweg gibt, und der Schachclub, der das Weidacher Bürgerhaus für seine Zusammenkünfte nutzt. "Wenn wir die Gebühren einführen, dann flächendeckend für alle Vereine", sagt der berufsmäßige Stadtrat. Alles andere wäre ungerecht.

Die Höhe der Gebühren steht noch nicht fest. Zwei Euro, meint Struyzna, "ist ein Betrag, den die Vereine noch schultern können". Er weiß, dass die Gebühren auch bei manchen Stadträten sehr unpopulär ist. Bei einem Gespräch mit Vereinsvertretern über das Thema habe er jedoch den Eindruck gehabt, "dass zwei Euro im Rahmen des Möglichen ist".

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