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Eine „Riesensauerei“: Unbekannte haben Eisreste hinter dem Geretsrieder Stadion entsorgt.

Verfahren gegen Eissportclub 

Massenhaft Eis aus Stadion in Naturschutzgebiet entsorgt

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Geretsried – Ganz schön unverfroren: Unbekannte haben Eisreste aus dem Eisstadion in Geretsried (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) an einem Hang direkt hinter der Halle entsorgt – und zwar mitten in einem Naturschutzgebiet.

Eine Anwohnerin hatte die Eis-Reste entdeckt, alles mit Fotos dokumentiert und das Landratsamt informiert. Das Ganze sei eine „Riesensauerei“ gewesen, sagte sie.

In dem Eis waren nach Auskunft der Anwohnerin Farb- und Textilreste enthalten. Wie eine Sprecherin des Landratsamts betont, ist eine Umweltgefährdung aber ausgeschlossen. Bei den vermeintlichen Farbstoffen handelte es sich um das unbedenkliche Calciumcarbonat, auch Marmormehl genannt, das zur Herstellung von Eis verwendet wird. Die Textilfetzen sind einfach Reste der Spielfeldlinien.

Der Eissportclub (ESC) Geretsried muss das unrechtmäßig entsorgte Eis nun zurück auf die asphaltierte Fläche beim Stadion bringen. Dort soll es abtauen, dann werden die Reste entsorgt. Nach Auskunft der Behördensprecherin wird auch der „optisch verunreinigte Untergrund im Naturschutzgebiet“ abgetragen und ordnungsgemäß entsorgt.

Der ESC hat sich sofort bereit erklärt, die Entsorgung zu übernehmen – auch wenn man selbst nicht für den Aufreger verantwortlich sein will. Der Vereins-Vorsitzende Thomas Stöber sagte gestern: „Ich war selbst erschrocken und bin stinksauer.“ Die ganze Sache sei „furchtbar peinlich“ – zumal der ESC hart für den Erhalt des Eisstadions kämpft. „Das ist eine Steilvorlage für alle Gegner des Eissports. Dümmer geht’s nimmer.“

Für den Betrieb des Eisstadions gibt es einen eigenen Verein. Stöber sagt, man habe besprochen, das Eis nicht im Stadion, sondern in der Grube davor abtauen zu lassen und die Reste dann zu entsorgen. Er will niemandem die Schuld zuschieben. Um größeren Schaden abzuwenden, müsse aber geklärt werden, wer hinter der Entsorgung stecke.

Dem ESC drohen in jedem Fall Konsequenzen. Das Landratsamt hat ein Verfahren eingeleitet.

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