Stifter-Straße: Fast 15 000 Fahrzeuge sind täglich unterwegs

Verkehrsgutachten mit zum Teil ernüchterenden Ergebnissen

Geretsried - Parallel zur S-Bahn-Verlängerung will die Stadt Geretsried die B 11 verlegen. Dazu wurde ein Verkehrsgutachten erstellt - mit zum Teil ernüchternden Ergebnissen.

Drei Jahre werden es im November, dass die neue Staatsstraße 2369 eröffnet wurde. Doch bis heute hat sich der gewünschte Effekt, dass die Kraftfahrer direkt zur B 11 anstatt durch die Innenstadt fahren, nicht eingestellt. 10 000 Fahrzeuge rollen laut Verkehrsgutachter Robert Ulzhöfer jeden Tag über die Tattenkofener Brücke, die Hälfte davon ist Durchgangsverkehr. Die meisten fahren zwar über die Staatsstraße geradeaus zur B 11. „Beängstigend viele Fahrer“, so Ulzhöfer, wählen aber den Weg über die Adalbert-Stifter-Straße. 1500 von ihnen fahren sogar quer durch die ganze Stadt und biegen erst an der Blumenstraße auf die B 11 ein. Eine Erklärung dafür musste der Verkehrsgutachter schuldig bleiben. „Vielleicht gefällt ihnen der Kreisel nicht“, mutmaßte Ulzhöfer. Vielleicht sei es aber auch nur eine Gewohnheit. „Die Strecke, die schon der Opa mit dem Pferdefuhrwerk gefahren ist, fährt der Enkel heute mit dem GTI.“

In der Summe sind auf der Adalbert-Stifter-Straße täglich 14 000 bis 15 000 Fahrzeuge unterwegs. Um davon einen Teil auf die B 11 zu verlagern, könnte man laut Ulzhöfer „die Daumenschrauben anziehen“. Denkbar wären weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen.

Auf der anderen Seite müsse man sich gut überlegen, wie viel Verkehr man noch auf die B11 verlagern will. Auch deren Belastungsgrenze sei irgendwann erreicht. Nördlich der Ausfahrt Blumenstraße sind es derzeit 30 000 Fahrzeuge, die über die B 11 rollen. Bis zum Rathaus sind es noch 20 000, danach ebbt der Verkehrsfluss mit jeder Ausfahrt weiter ab. „Der Karl-Lederer-Platz ist mit 3000 Fahrzeugen relativ schwach befahren. Dort hat die Umgestaltung etwas gebracht.“

Nun will die Stadt das Zentrum um den Karl-Lederer-Platz in Richtung Böhmwiese erweitern. Damit die B 11 den alten und den neuen Teil nicht voneinander abtrennt, soll sie im Zuge der S-Bahn-Verlängerung an den Schwaigwaller Hang verlegt werden. Um Geld und Grund zu sparen, würde man die B 11 gerne nur zweispurig bauen. Ob dies ausreicht, konnte Ulzhöfer nicht abschließend beantworten. „Bis 20 000 Fahrzeuge geht’s noch zweispurig“, sagte der Gutachter. Er rechnet in den nächsten 15 Jahren nur mit einer leichten Verkehrszunahme von etwa zwölf Prozent. Das heißt, die Zahl der Fahrzeugbewegungen zwischen der Ausfahrt an der Blumenstraße und dem Rathaus würde auf 35 000 steigen. Darin eingerechnet sei aber noch nicht die Entlastung durch die S-Bahn-Verlängerung. Auch muss noch geklärt werden, ob die alte B11 als Ortsstraße erhalten bleibt oder in Teilen aufgelöst wird.

Der Stadtrat nahm all diese Ausführungen zur Kenntnis. Nach der Sommerpause, wenn das Gutachten auch schriftlich vorliegt, will man intensiv in die Diskussion einsteigen. (sas)

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