Eleni und Gregoris Koutis vor dem Restaurant Larissa
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„Es war eine sehr, sehr schöne Zeit“: Eleni und Gregoris Koutis haben ihr griechisches Restaurant Larissa in Ascholding geschlossen.

Nach 22 Jahren

Verwaiste Vereinsgaststätte: Restaurant Larissa ist geschlossen – Nachfolger für Vereinsheim gesucht

  • VonRudi Stallein
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Nach 22 Jahren ist Schluss: Das griechische Restaurant Larissa macht dicht. Der SV Ascholding sucht einen neuen Pächter für die Vereinsgaststätte.

Ascholding – Das griechische Restaurant Larissa in Ascholding war mehr als nur eine Vereinsgaststätte. War, muss man sagen, denn nach 22 Jahren haben die Pächter Eleni und Gregoris Koutis entschieden, dass jetzt die Zeit ist, beruflich nochmals neue Wege zu gehen. Seit Anfang August ist die Gaststätte verwaist, und der Verein sucht einen neuen Pächter.

Für meinen Mann und mich war der Stress nicht mehr zu ertragen.

Elena „Eli“ Koutis

„Die Arbeit im Lokal war sehr stressig“, erklärt Eleni Koutis, die alle nur Eli nennen. „Für meinen Mann und mich war der Stress nicht mehr zu ertragen.“ Deshalb habe man sich Gedanken gemacht und etwas Ruhigeres gesucht. „Corona hat dann den letzten Schub gegeben“, sagt die 45-Jährige. Sie macht keinen Hehl daraus, dass die Pandemie den Entschluss, etwas Neues zu wagen, beschleunigt hat. Aber sie beteuert auch: „Es war eine sehr, sehr schöne Zeit.“

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Am 1. Juli 1999 hatten ihre Eltern, Eva und Kostas Koutis, die Bewirtung im Ascholdinger Vereinsheim übernommen. „Aber es war von Anfang an nicht nur für Vereinsmitglieder gedacht, sondern auch für die Öffentlichkeit. Im Laufe der Zeit ist es dann immer mehr geworden“, sagt Eleni Koutis, die seit 2011 gemeinsam mit ihrem Ehemann hauptberuflich das Larissa führte. Das Lokal haben sie nach ihrer Heimatstadt in der griechischen Region Thessalien benannt.

Das ganze Dorf war im Larissa zu Gast - und die Sportler besonders regelmäßig

Auf der Speisekarte fanden sich die typischen griechischen Gerichte wie Gyros, Souvlaki und Moussaka neben bayerischen Klassikern von Schweinebraten über Tellerfleisch bis zur Ente mit Blaukraut, die auch als Tagesgerichte angeboten wurden. Diese kulinarische Mischung kam bei der Bevölkerung sehr gut an, genauso wie das freundliche Naturell der beiden Gastwirte. „Die Leute haben hier Geburtstage gefeiert, die Vereine ihre Weihnachtsfeiern. Und zwei Taufen hatten wir auch. Das ganze Dorf war hier zu Gast“, blickt Eleni Koutis zurück und ergänzt mit Wehmut in der Stimme: „Unsere Kinder sind hier aufgewachsen, es war wie unser Zuhause. Es wird mir fehlen.“

Eli arbeitet als Kinderpflegerin, und auch ihr Mann hat einen neuen Job gefunden

Während der coronabedingten Schließung habe sie eine Ausbildung als Kinderpflegerin gemacht und erfolgreich die externe Prüfung abgelegt. „Das war immer mein Traumberuf“, erklärt die 45-Jährige. Und der lässt ihr nun keine Zeit mehr, nebenbei als Gastwirtin zu arbeiten. Ehemann Gregoris habe eine Stelle im Imbiss im neuen Edeka gefunden, wo er seine Kochleidenschaft beim Zubereiten frischer Tagesgerichte weiter ausleben könne, erzählt sie. Zum Schluss äußert sie die Hoffnung, dass sich bald ein Nachfolger finde, der die Gaststätte weiterführt. „Damit wir demnächst auch mal als Gäste in unserem Lokal sitzen und vielleicht unseren Geburtstag dort feiern können.“

Wirt gesucht

Wer Interesse hat, die Vereinsgaststätte mit Biergarten des 600 Mitglieder zählenden SV Ascholding zu übernehmen, kann sich per Mail oder Telefon melden: matze.schoepf@gmx.de,
Telefon 01 62/6 02 89 81,
max.mueller9420@ yahoo.de, Telefon 01 57/86 31 20 07.

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