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Braver Dickhäuterin: Benjamin, die Elefantenkuh des derzeit in Gelting gastierenden Zirkus’ Luna, ist laut Veterinäroberrat Dr. Georg Unterholzner nicht gefährlich.

12-Jähriger mit Rüssel verletzt

Wirbel um angeblich aggressive Elefanten-Dame

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Gelting - Die Tierschutzorganisation Peta hält Elefantenkuh Benjamin für eine "lebensbedrohliche Gefahr für Zirkusbesucher". Veterinäroberrat Dr. Georg Unterholzner hat sich Benjamin angeschaut. Sein Fazit: "Das Tier wirkt in keinster Weise aggressiv."

Unterholzner besuchte den Zirkus Luna, der in Gelting gastiert, am Mittwochnachmittag gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Bernhard Hauser. Gut 90 Minuten dauerte die Kontrolle. „Es gab nichts zu beanstanden“, sagt Unterholzner auf Nachfrage unserer Zeitung. Aufgrund der Proteste der Tierschutzorganisation Peta hatte der Veterinär vor seinem Besuch in Gelting Auskünfte bei seiner Amtskollegin in Garmisch-Partenkirchen über den Familienzirkus eingeholt. Im Nachbarlandkreis hatte Luna bis Mitte dieser Woche sein Zelt aufgeschlagen. „Die Kollegin hat mir von einem Problem berichtet, das einer der Bären an einer Pfote hatte“, sagt Unterholzner. Bei seiner Untersuchung am Mittwoch sei davon „nichts mehr“ zu sehen gewesen.

Elefant hatte zwölfjährigen Bub verletzt

Peta: Elefantenkuh Benjamin hat einen 12-Jährigen mit ihrem Rüssel verletzt

Ein besonderes Augenmerk richtete der Ascholdinger zudem auf die Elefantenkuh Benjamin. Die, das behauptet Peta, sei aufgrund „qualvoller Haltung“ verhaltensgestört. Dies habe im Herbst vergangenen Jahres in Baden-Württemberg zu einem Unglück geführt, bei dem ein zwölfjähriger Schüler verletzt wurde (wir berichteten). „Es ist richtig, dass Elefanten laut Zirkusrichtlinie nicht allein gehalten werden sollen“, bestätigt der Veterinäroberrat. Aber im konkreten Falle müsse die Vita der rund 30 Jahre alten afrikanischen Kuh berücksichtigt werden. Benjamins Mutter sei Anfang der 1970er Jahre gestorben, sie sei daher „nur auf Menschen sozialisiert, nicht auf Elefanten“. Benjamin nach so vielen Jahren mit anderen Elefanten zusammenzuführen, sei für sie ein großes, wenn nicht sogar lebensgefährliches Risiko. „Hier könnte konsequent angewandter Tierschutz zu einer Verschlechterung der Lebensumstände des Tieres führen“, gibt Unterholzner zu bedenken. „Ich halte es für besser, das richtige Augenmaß zu bewahren.“

Elefant Benjamin "wirkte in keinster Weise aggressiv"

Benjamin habe auf ihn einen guten, gesunden Eindruck gemacht. Die Dickhäuterin „wirkte in keinster Weise aggressiv“. In den mit Elektroschlingen gesicherten Bereich, in dem der Elefant auf der Wiese an der Geltinger Leitenstraße untergebracht ist, hat sich der Mediziner jedoch nicht gewagt. „Ich bleibe außerhalb der Rüsselreichweite“, berichtet Unterholzner mit einem Schmunzeln - und betont im gleichen Atemzug: „Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, das Tier hat überhaupt keinen gefährlichen Eindruck gemacht. Aber das Gehege ist Benjamins Intimsphäre, darin kennt sie nur ihren Pfleger oder Dompteur.“

Frank: Tiere sind mein Kapital, "warum sollte ich sie schlecht behandeln?"

Unterholzner, dem Tierschutz nach eigenen Worten sehr am Herzen liegt, hat „bis zu einem gewissen Grad“ Verständnis für die Wanderzirkusse, die sich zu Unrecht an den Pranger gestellt fühlen. „Natürlich gibt es schwarze Schafe“, weiß der Veterinär. Doch das Gros der Zirkusse sei unter Tierschutzaspekten nicht zu bemängeln. „Beim Zirkus Luna gibt’s einen 45 Jahre alten Muli. Wenn der geknechtet, eingepfercht oder geschlagen worden wäre, wäre der wohl nicht so alt geworden.“ Unterholzner schenkt Luna-Juniorchef Walter Frank Glauben, der sagt: Zirkustiere seien sein Kapital, „warum sollte ich sie schlecht behandeln?“. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Kommt der leiseste Zweifel auf, dass die Tiere nicht „anständig“ gehalten werden, „dann bin ich da, dann will ich das sehen“, sagt Veterinäroberrat Unterholzner. „Vertuscht wird gar nichts.“

Carl-Christian Eick

Lesen Sie dazu auch:

Ist Elefant Benjamin tatsächlich eine Gefahr für Zirkusbesucher?

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