„Entpflichtung“ und Segnung: Nach elf Jahren in der Loisachstadt wechselt Pfarrer Edzard Everts (kniend) nach Ebersberg. Dekan Martin Steinbach gab ihn frei, Neues anzupacken und zu gestalten. Foto: Sabine Hermsdorf
+
„Entpflichtung“ und Segnung: Nach elf Jahren in der Loisachstadt wechselt Pfarrer Edzard Everts (kniend) nach Ebersberg. Dekan Martin Steinbach gab ihn frei, Neues anzupacken und zu gestalten.

Abschied von Pfarrer Everts

Viel Charme, Herzblut und Ideen

Wolfratshausen - Pfarrer Edzard Everts wechselt nach elf Jahren in der Loisachstadt nach Ebersberg. Am Sonntag wurde er mit einem Festgottesdienst in St. Michael verabschiedet.

Dekan Martin Steinbach gebührte die Ehre, Everts offiziell zu „entpflichten“ und zu segnen. Er erinnerte an die Anfänge des scheidenden Geistlichen vor elf Jahren in Wolfratshausen als ehrenamtlicher Pfarrer. Im Jahre 2007 hatte er die zweite Pfarrstelle übernommen. „Damals haben wir einen Schatz gefunden und wir durften ihn behalten“, sagte der Dekan. Mit Charme, in einer zurückhaltenden und doch selbstbewussten Art, mit viel Herzblut und Ideen habe Everts sich eingebracht. „Das hat uns gut getan.“ Was der 40-Jährige in all den Jahren ausgesät habe, stehe nun als „fruchtbringendes Gewächs“ da. Dekan Steinbach gab Everts schließlich frei, Neues anzupacken und zu gestalten.

Auch Pfarrer Florian Gruber bedauerte das Weggehen der Familie Everts: „Es war schön, dass Ihr da wart, und es ist schade, dass wir Euch loslassen müssen.“ In seiner letzten Predigt, die Everts in der Kirche St. Michael hielt, dankte er all jenen Menschen, die ihm in den vergangenen Jahren ans Herz gewachsen sind und die ihn mitunter als Freunde begleitet hatten. „Bei einem Freund muss ich mich nicht verstecken, bei dem kann ich mich geborgen fühlen und fallen lassen. Mit einem Freund muss ich nicht immer einer Meinung sein“, sagte der Geistliche und erklärte, dass auch Paulus für ihn zu einem solchen Freund geworden sei, obwohl er während des Studiums mit dessen Briefen immer mal wieder gehadert habe. Everts gestand, seiner letzten Predigt in Wolfratshausen mit „klopfendem Herzen“ entgegen gesehen zu haben. Er habe sich gefragt, ob diese besonders gut und außergewöhnlich werden müsse? Seinem Sohn habe er scherzhaft erklärt, er werde darin all das sagen, was er schon immer habe sagen wollen. Und das würde dann rund zwei Stunden dauern.

Everts hielt sich aber dann doch viel kürzer und folgte dem, was sein Freund Paulus ihm wohl in diesem Moment geraten hätte: „Tue das, was Du immer getan hast.“ Der Geistliche hielt sich daran. Paulus zitierend, erklärte Everts, der Apostel wolle nähren und setze ein opulentes Mahl vor. Doch: „Was will er damit sagen?“ Everts sagte es in seinen eigenen Worten und war bald bei dem von Paulus serviertem Grundnahrungsmittel - der frohen Botschaft, dem Evangelium. Wer dieses verkünden wolle, müsse sich auf eine Augenhöhe mit denen begeben, denen er es nahe bringen wolle. Augenhöhe bedeute dabei stets, sein Gegenüber zu fragen und es zu erleben. Ganz ohne Vorurteile und indem man die eigenen Ideen erst einmal zur Seite schiebt. „Aufmerksamkeit, Interesse und Wahrnehmungsvermögen“ seien ebenfalls wichtig. Außerdem sollte man stets man selbst bleiben. „Deswegen muss jemand anders auch anders predigen als ich“, sagte Everts. Er forderte schließlich die rund 100 anwesenden Gläubigen dazu auf, sich auf seinen Nachfolger einzulassen. Dann werde das Evangelium blühen und schmecken. „Lecker - Amen!“

Nina Daebel

Auch interessant

Kommentare