Vier Bürgermeister und ein Pfarrer zapfen an

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Geretsried &#8211; Der Sieger nach Schlägen ist im allgemeinen Trubel nicht mehr auszumachen. Einige sehen den Amberger Oberbürgermeister Wolfang Dandorfer vorne, andere seinen Amtskollegen Gerhard Zapfl aus Nickelsdorf. Auch der Rathauschef von Pusztavám, László Merkatz, versenkt den Zapfhahn mit wenigen Schlägen im Fass. Am längsten müht sich der Bürgermeister von Chamalières, Louis Giscard d&#8217;Estaing &#8211; die Franzosen sind eben doch eher Weintrinker. Achtbar schlägt sich der Vierte im Bunde. Weil die Eidsvoller ohne Bürgermeister angereist sind, zapft der indonesische Pfarrer Martin Chen das Fass der Norweger an. &#8222;Es lebe Europa&#8220;, ruft Kulturreferent Hans Ketelhut ins Festzelt. Der gemeinsame Bieranstich ist der unterhaltsame Abschluss eines festlichen Sonntagvormittags. <P>Als die 10-Uhr-Glocken läuten, sind einige hundert Gläubige auf der Egerlandstraße versammelt. Erstmals wird das Geretsrieder Sommerfest mit einem ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel eröffnet. Der evangelische Pfarrer Georg Bücheler dankt allen, die die Idee dazu hatten. Zusammen mit seinen katholischen Amtskollegen Martin Chen (Heilige Familie) und Martin Waltl (Maria Hilf) gestaltet er die Feier. <P>&#8222;Lobe den Herren, den mächtigen König&#8220; wird auf Deutsch, Englisch und Französisch gesungen. Dazu spielen Musiker der Gartenberger Bunker Blasmusik und der Harmonie de Chamalières. &#8222;Die Welt zu Gast bei Freunden&#8220;, greift Bücheler das Motto der Fußballweltmeisterschaft auf. In einer engagierten Predigt macht er aber auch deutlich, dass es nicht genügt, &#8222;Fahnen herauszuhängen und Hymnen zu singen&#8220;. Unabhängig von solchen gesellschaftlichen Anlässen müsse man sich immer wieder mit den Themen Verständigung, Toleranz und Integration auseinandersetzen. Der Pfarrer fordert Achtung vor fremden Kulturen und Religionen. Es könne nicht sein, dass man das Kreuz durch einen Buddha ersetzt und den Buddha &#8222;in Feng-Shui-Art durch einen Edelstein mit Adlerfeder&#8220;. <P>Auch Fürbitten werden gelesen, eine richtet sich an die Bürgermeisterin und den Stadtrat: Sie sollen sich für den Erhalt der Sonntags- und Feiertagsruhe einsetzen &#8211; ein Wink mit dem Zaunpfahl für die Autowaschanlagen-Debatte am morgigen Dienstag. <P>Nach dem Gottesdienst erfolgt die Aufstellung zum Festzug: Bürgermeisterin Cornelia Irmer hilft ihrem Wolfratshauser Kollegen Reiner Berchtold beim Anlegen der Amtskette. Die Honoratioren &#8211; sechs Rathauschefs und etliche Stadträte &#8211; reihen sich hinter der Egerländer Gmoi ein, den Takt gibt die Gartenberger Bunker-Blasmusik vor. Rund 500 Teilnehmer sind es insgesamt, darunter alle Landsmannschaften und Trachtengruppen, die Schützen aus Geretsried und Gelting sowie der Verschönerungsverein. Die Jugendstadtkapelle &#8222;Vilberg Skolekorps&#8220; aus Eidsvoll gibt ein prächtiges Bild ab. Die Pusztavámer legen zur Musik ihrer Kapelle ein Tänzchen ein. Dahinter kommt die Getinger Brauchtumsgruppe mit der Deininger Blaskapelle. Das Schlusslicht bilden das Gespann der Klosterbrauerei Reutberg und das Bayerische Rote Kreuz. Sicher ist sicher, die Schwüle während des Festzugs ist erdrückend. <P>Kaum am Festzelt angekommen, machen sich die Egerländer, die Norweger und viele andere schon wieder auf den Weg: Sie nehmen am Festzug zur 100-Jahr-Feier in Bad Tölz teil. Damit verpassen sie laut Kulturreferent Ketelhut &#8222;eine absolut einmalige internationale Darbietung&#8220;: Den Bieranstich von vier Bürgermeistern und einem Pfarrer aus fünf Nationen. K Sabine Schörner <P>

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