Seit dem Konzert im Seminar St. Matthias als Duo unterwegs: Rebekka Hartmann (li.) und Margarita Oganesjan. Foto: hl

Virtuoser Sonatenabend für Geige und Klavier

Waldram - Mit dem Blick für Tiefenschichten, große Bögen und Zusammenhänge: Ein Sonatenabend mit Margarita Oganesjan und Rebekka Hartmann im Seminar St. Matthias.

Die Musikerinnen eröffneten ihr Konzert mit Mozarts B-Dur-Sonate für Klavier und Violine KV 454. Die „große“ B-Dur-Sonate greift die Tradition der langsamen Einleitung wieder auf und führt zu einem tiefsinnigen und klangschönen Andante weiter, welches das Duo mit Einfühlungsvermögen und farblicher Transparenz erfüllte. Die in Yerevan in Armenien geborene Pianistin hatte wesentlichen Anteil daran, dass sich ein lebendiger Dialog zwischen den Instrumenten entspann, bei dem Artikulation und Phrasierung, Rhythmus und Pointierung fein aufeinander abgestimmt wirkten.

Im 2. Satz, dem Andante und emotionalen Zentrum der Komposition, zeigte sich deutlich die Stärke der jungen Münchner Geigerin, melodischen Linien voller Intensität nachzuspüren. Übrigens: Hartmann spielte auf einer Stradivari aus dem Jahr 1675.

Zuletzt César Francks Sonate A-Dur in vier Sätzen, die alle interpretatorischen Möglichkeiten der Geige aufzeigten: Vom emphatischen Erzählton über expressiv dahinfliegende Tonfolgen voll Intensität, von sinnierender Reflektion bis zum kraftvollen, ekstatischen Schluss. (cjk)

Auch interessant

Kommentare