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Ein Votum ohne Wenn und Aber

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Wolfratshausen - Mit einem klaren Votum haben sich die Wolfratshauser am Sonntag gegen die Schrankenlösung ausgesprochen.

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Gut 80 Prozent gegen Schranke

In einem Bürgerentscheid beauftragten 6045 Wähler (80,76 Prozent) die Kommune, bei der S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried alle rechtlichen und planerischen Mittel auszuschöpfen, um zu verhindern, dass an der Sauerlacher Straße ein beschrankter Bahnübergang entsteht. 1440 Wolfratshauser (19,24 Prozent) könnten mit Schlagbäumen leben. Die Mehrheit der Stadträte, die sich seit Jahren explizit gegen die Schranke ausspricht, verfolgte die Auszählung der Stimmen im Sitzungssaal. Die Minderheit, die die Schranke akzeptieren würde, blieb fern.

Kurz vor 19 Uhr schießt auf dem Laptop von Wahlleiter Franz Gehring eine grüne Säule in die Höhe: Der erste Wahlbezirk ist ausgezählt und weist ein Ergebnis von knapp 83 Prozent für die Initiatioren des Bürgerentscheids auf. Die Stadträte aus den Reihen von CSU und Bürgervereinigung schreien kurz auf - vor Erleichterung oder vor Stolz. Die bürgerlichen Gruppierungen im Kommunalplenum, die die die Schrankenlösung stets ohne Wenn und Aber abgelehnt hatten, bekamen für ihre Haltung „eine überwältigende Rückendeckung der Wählerschaft“, wie Vize-Bürgermeister Peter Plößl meint. Der CSU-Ortschef freut sich, „dass die Legendenbildung aufhört“. Die Mehrheit der Wolfratshauser sei eben nicht „taub, blind und ignorant“, sondern wachsam. Für Plößl wurde der Widerstand gegen einen beschrankten Bahnübergang „von einer breiten bürgerlichen Basis getragen“.

Landrat Josef Niedermaier hatte einen deutlichen Sieg der Schranken-Gegner erwartet. Gleichwohl sei er „erschüttert und ein bisschen frustriert“ über die Art und Weise, „wie dieses Thema in Wolfratshausen diskutiert wurde“. Allein die Leserbriefe hätten „so viel Hass und populistische Emotionen“ zutage gebracht. Diese Umgangsform täte Wolfratshausen nicht gut. Nach Ansicht des Landrats muss Wirtschaftsminister Martin Zeil „jetzt das Planfeststellungsverfahren einleiten“. Dieses Verfahren schaffe die demokratische Möglichkeit, Interressen gegeneinander abzuwägen, sagt Niedermaier auf Anfrage. (ee)

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