Ein Siegel für Sicherheit: Dieses Zeichen garantiert, dass zu 100 Prozent auf Gentechnik verzichtet wurde. foto: red

„So wahnsinnig schwer kann das nicht sein“

Wolfratshausen - Die Theorie ist klar: gentechnisch-veränderte Lebens sollen aus den Schulen und Kindergärten in der Loisachstadt verschwinden. Ob der Plan in der Praxis aufgeht, bleibt abzuwarten.

Die Empfehlung des Stadtrats, in städtischen Kindergärten und Schulen nur noch gentechnikfreies Essen anzubieten, steht seit einer knappen Woche im Raum. (wir berichteten). Bei der Umsetzung sagt die Verwaltung den Einrichtungen ihre Unterstützung zu: Franz Gehring, Hauptamtsleiter im Wolfratshauser Rathaus, hat nach eigenen Worten bereits ein kleines Heft erarbeitet, in dem das empfohlene Konzept noch einmal erläutert wird. Darin ist aufgelistet, welche Produkte für den gentechnikfreien Einkauf unbedenklich sind und von welchen man künftig lieber die Finger lassen sollte. Erstellt wurde diese Positiv-/Negativlisten von der Umweltorganisation Greenpeace.

„Die Umsetzung ist nicht sonderlich tragisch“, meint Gehring. Allerdings könne die Verwaltung nur bedingt beraten. „Schulen und Kindergärten sind selbst gefordert, auf die entsprechende Kennzeichnung der Lebensmittel zu achten.“ Wie die einwandfreie Beschaffenheit der Ware letztendlich kontrolliert werden soll, darüber sei sich die Stadt noch nicht zu 100 Prozent im Klaren. Obwohl der Beschluss hauptsächlich die städtischen Einrichtungen betreffe, betont Gehring, auch für Anfragen anderer Kindergärten offen zu sein.

„So wahnsinnig schwer kann das nicht sein“, meint CSU-Fraktionsvorsitzender Manfred Fleischer. „Es gibt schließlich genügend Landwirte in der Region, die ohne Gentechnik auskommen.“ In den Kindergärten müsste jemand gefunden werden, der den entsprechenden Einkauf macht, in den Schulen wären dafür die Hausmeister zuständig. Fleischer ist überzeugt: „Dieser Vorstoß ist beispielgebend. Je mehr Einrichtungen mitmachen, desto besser.“

Philipp Paradiso, Betreiber des Wirtshauses Flößerei, weiß, dass es nicht immer leicht ist, gentechnisch-veränderte Zutaten in Lebensmitteln auszuschließen. Täglich beliefert er den evangelischen Kindergarten an der Kräuterstraße mit Mittagessen. Dabei sei er bemüht, nur qualitativ hochwertige Produkte zu verwenden. „Wenn aber ein Tier gentechnisch-verändertes Futter gefressen hat, ist es schwierig, das im Einkauf nachzuvollziehen.“ Eine 100prozentige Sicherheit gebe es deshalb nicht. (cb)

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