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Erst die Krone, dann der Umhang: Die Sternsinger (v. li.) Kathi, Marlene und Lukas werden von Organisator Andreas Meinert eingekleidet. 

Blick hinter die Kulissen

Einmal im Jahr König sein: Waldramer Sternsinger proben für ihren großen Auftritt

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Am Sonntag und Montag gehen auch in Waldram die Sternsinger wieder von Tür zu Tür. Das will gut einstudiert sein - ein Besuch bei der Anprobe im Pfarrheim. 

Waldram – Berge von Jacken und unzählige kleine Kinderschuhe liegen am Donnerstagabend im Eingangsbereich des Pfarrheims. Kurz vor dem Dreikönigstag sind auch in Waldram etwa 25 Sternsinger eifrig am Proben. Vereinzelt trudeln noch ein paar Nachzügler ein. An diesem Tag steht für die Zweit- bis Viertklässler die Gewänderankleide und Generalprobe auf dem Programm.

25 Sternsinger heuer in Waldram unterwegs

Flink stülpt sich Marlene das lange weiße Gewand über. Für die Zehnjährige eine Routine, die Schülerin schlüpft heuer bereits zum dritten Mal in die Rolle eines Sternsingers. Danach legt ihr Organisator Andreas Meinert (20) den feinen goldenen Umhang um die Schultern. „Meine beiden großen Geschwister haben früher auch immer mitgemacht“, erzählt Marlene. „Mir macht das einfach riesigen Spaß.“ In einer Ecke stapeln sich mit Glitzerband und Sternen verzierte Kronen. Den Kopfschmuck haben ein paar Sternsingerkinder heuer selbst gebastelt. Eine der Kronen setzt Meinert Marlene behutsam auf den Kopf. Die Augen der kleinen Waldramerin strahlen.

Waldram: Sternsingerkinder bastelten ihre Kronen selbst

Jetzt ist ihr kleiner Bruder Lukas an der Reihe. Noch etwas unsicher streckt der Achtjährige seine Arme aus und lässt sich von Meinerts Kollegin Lena Fernolend (15) das Gewand anlegen. Lukas’ anfängliche Skepsis ist schnell verflogen. „Letztes Mal war ich auch schon dabei. Und nächstes Jahr werde ich wieder mitmachen“, erklärt der Bub, während er auf seine Krone wartet. Doch der königliche Kopfschmuck ist dem jungen Waldramer etwas zu groß – und rutscht ihm auf die Nase. Lukas prustet los. Zum Glück gibt es noch engere Exemplare.

Den Großteil ihrer Schützlinge kennen die Organisatoren, die früher selbst als Sternsinger von Tür zu Tür gezogen sind, schon lange. „Einige Kindern kommen über viele Jahre hinweg immer wieder“, sagt Andreas Meinert. Er selbst leitet seit sechs Jahren die Planungen - und hat in seiner langjährigen Sternsingerkarriere schon einiges erlebt. 

Sternsinger in Waldram: Einige Kinder kommen viele Jahren immer wieder

Plötzlich wird es mucksmäuschenstill. Dann stimmen die Kinder ein Lied an. „Der Stern führt sie aus fernem Land. Herodes waren sie unbekannt“, tönen hohe, klare Kinderstimmen aus dem Nebenraum. Dort sitzen die Mädchen und Buben im Stuhlkreis und üben ihr Sternsingerlied. Textsicher sind mittlerweile fast alle. Zum Proben trifft sich der Waldramer Nachwuchs nämlich schon seit Ende November.

Sternsinger proben seit Ende November in Waldram

Unter den eifrigen Sängern ist auch die elfjährige Kathi. Ob das gemeinsame Umherziehen oder die prächtigen Gewänder: „Ich finde am Sternsingersein einfach alles schön. Hier ist es immer lustig. Und am Ende gibt es für uns Süßigkeiten“, schwärmt die Schülerin. Etwas nervös ist hingegen Sitznachbarin Eleni. Die Achtjährige war noch nie dabei. „Ich bin echt schon gespannt, und freu’ mich richtig drauf“, sagt sie während einer kurzen Singpause.

Mittlerweile hat sich der Gesang in lautes Gekicher verwandelt. Kindergeplapper erfüllt den Raum: Nach getaner Arbeit gibt es zur Belohnung noch ein Gruppenspiel. Danach schnappen sich die Kinder ihre Jacken und Schuhe – und machen sich rundum zufrieden auf den Heimweg.

kof


Info

Die Waldramer Sternsinger sind am Sonntag, 5. Januar, und Montag, 6. Januar, jeweils ab 13 Uhr unterwegs.

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