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Beeindruckt: CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber und Europaabgeordnete Angelika Niebler (v. li.) lassen sich von Dr. Sybille Krafft die Ausstellung im Erinnerungsort Badehaus zeigen. 

“Ich bin tief bewegt.“

Hoher Besuch im Badehaus

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Die Europaabgeordnete Angelika Niebler besuchte kürzlich das Waldramer Badehaus. Die Politikerin zeigte sich schwer beeindruckt -  und gab der Gedenkstätte ein Versprechen.  

Waldram – Im Rahmen ihrer Besuchstour durchs Oberland machte Angelika Niebler in Waldram Station. Zusammen mit Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan und Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber besuchte die stellvertretende Vorsitzende der CSU den Erinnerungsort Badehaus Waldram-Föhrenwald – und war tief beeindruckt.

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Erbaut 1937, diente das Lager Föhrenwald mit über 70 Wohnhäusern zunächst als Lager für Zwangsarbeiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es eine Auffangstelle für Displaced Persons wie die Überlebenden des Holocaust. Noch Anfang 1946 lebten dort 4000 Menschen, die auf ihre Ausreise hofften. Heute erinnert eine Dauerausstellung im ehemaligen Badehaus des Lagers an die wechselvolle Geschichte.

Dauerausstellung erinnert an wechselvolle Geschichte

„Ursprünglich gab es Pläne, das ortsbildprägende Gebäude abzureißen“, erläuterte Vorstandsmitglied Paul Brauner. Doch Mitglieder des Historischen Vereins Wolfratshausen und der Siedlungsgemeinschaft taten sich zusammen und gründeten den Verein Bürger fürs Badehaus – der mittlerweile 430 Mitglieder hat. In über 16 000 Stunden der ehrenamtlichen Arbeit gelang es, aus dem stark sanierungsbedürftigen Gebäude eine Begegnungs-und Dokumentationsstätte zu machen.

„Es ist sensationell, was Sie hier geleistet haben“

„Es ist sensationell, was Sie hier geleistet haben“, sagte Niebler an die Adresse von Dr. Sybille Krafft, Vorsitzende des Vereins Bürger fürs Badehaus, und ihre Mitstreiter. „Ich bin tief bewegt.“ Die EU-Abgeordnete unterstrich, „wie wichtig es ist, dass die Erinnerung an die grausamste Zeit, die wir hatten, nicht ausgelöscht wird“.

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Erst vor Kurzem hatte Niebler Besuch von Charlotte Knobloch, der Präsidentin der Israelischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. „Wir sprachen über die aktuelle Situation und die Stimmung im Land“, berichtete die Politikerin bei ihrer Stippvisite. „Und sie gab zu bedenken, dass viele jüdische Mitbürger bereits wieder einen Koffer gepackt hätten – aus Sorge, dass sich die Geschichte wiederholen könnte.“

Niebler versprach dem Verein, die Ausstellung „Die Kinder vom Lager Föhrenwald“ nächstes Jahr ins EU-Parlament nach Straßburg zu holen.  sh


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