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Zum ersten Mal die Füßchen in den Händen: Die Geburt des Kindes ist für Frauen ein besonderes Erlebnis. Doula Sabine Scherzl unterstützt sie dabei.

„Es ist immer wieder dieses Wunder“

„Man spürt so viel Liebe“: Sabine Scherzl erzählt über ihren Beruf als Doula

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Die Geburt zählt für viele Frauen zu den aufregendsten Ereignissen im Leben. Sabine Scherzl hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schwangere auf diesem Weg zu unterstützen. Die Waldramerin arbeitet als Doula.

Waldram –„Es ist immer wieder dieses Wunder. Wenn das Baby auf die Welt kommt, zum ersten Mal der Mama auf die Brust gelegt wird. In solchen Momenten befindet sich irgendwie ein Zauber im Raum. Und man spürt so viel Liebe.“ Wenn Sabine Scherzl von ihrer Arbeit erzählt, beginnen ihre Augen zu leuchten. Doula zu sein ist für die 35-Jährige eine große Herzensangelegenheit, das spürt man sofort.

Doula zu sein: für Sabine Scherzl eine große Herzensangelegenheit

Dabei war es eigentlich Schicksal, dass sich die zweifache Mutter der Unterstützung von Schwangeren widmet. Ursprünglich arbeitete die Waldramerin als Industriekauffrau. Im Jahr 2012 stand die Geburt ihres ersten Sohnes bevor. „Das war leider recht dramatisch und traumatisch für mich. Ich habe nur ganz knapp überlebt“, erinnert sich Scherzl. „Mit Sicherheit wäre mir das so nicht widerfahren, wenn ich während der Geburt anders betreut worden wäre.“ Hebammen hätten oft viel zu tun, könnten sich nicht nur um eine einzelne Frau kümmern, erklärt die Waldramerin.

Sabine Scherzl Doula aus Waldram.

Durch Zufall las Scherzl etwas später in einer Zeitschrift über die Arbeit einer Doula. „Ich war von dem Beruf begeistert, dachte mir: Genau so etwas hätte ich damals gebraucht.“ Ihr war sofort klar: Das will sie auch machen. Scherzl fing an zu recherchieren und stieß auf die Gesellschaft für Geburtsvorbereitung in München. Dort begann sie im November 2018 ihre eineinhalbjährige Ausbildung zur Doula.

Fünf schwangere Frauen hat sie mittlerweile auf ihrem Weg zum Muttersein begleitet. An ihren allerersten Auftrag als Doula kann sich die 35-Jährige noch genau erinnern: „Es war wirklich sehr aufregend.“ Vor allem die Rufbereitschaft – zehn Tage vor und nach dem errechneten Geburtstermin – bedeuteten für die Waldramerin komplettes Neuland. „Mit zwei Kindern musste ich mir da genau überlegen, was man den ganzen Tag macht. Im Zweifelsfall musste ich ja innerhalb von einer Stunde in der Klinik sein.“ Schwimmbadbesuche oder Ausflüge? In dieser Zeit undenkbar. Gott sei Dank wohnen Oma und Opa nur ein paar Straßen weiter, können somit im Notfall jederzeit einspringen. „Damals schlief ich ganz schlecht. Ich hatte Angst, mein Handy nicht zu hören, wenn es losgeht“, erzählt sie.

„Wir Doulas arbeiten unterstützend zur Hebamme - nicht dagegen“

Scherzl ist nicht die einzige Doula im Landkreis. In Wolfratshausen, Ammerland und Egling hat sie weitere Kolleginnen. Eines haben die Frauen gemeinsam: „Wir arbeiten unterstützend zur Hebamme und nicht dagegen. Als Doula stehen wir bei der Geburt nicht dazwischen, sondern arbeiten ihr zu“, betont Scherzl. Jede Doula achte den Beruf der Hebamme. Denn im Gegensatz zur Hebamme hat Scherzl keinen medizinischen Auftrag. „Ich darf der Schwangeren keine medizinischen Ratschläge geben. Ich bin rein für die emotionale Unterstützung da: zum Ermutigen, Bemuttern und Beruhigen.“

Unterschiedliche Frauen suchen bei der Doula aus Waldram Hilfe

Ganz unterschiedliche Frauen suchen bei der Waldramerin Hilfe. „Oft sind es Zweitgebärende, die zum Beispiel eine sehr lange erste Geburt hinter sich haben.“ Oder Schwangere, die bereits eine Fehlgeburt erlebt haben und sich wünschen, dass dieses Mal alles gut geht. „Mit mir an ihrer Seite fühlen sie sich sicherer“, erklärt Scherzl.

Für die Zukunft wünscht sich die Doula, dass ihre Aufträge langsam wachsen. Vier bis fünf Geburtsbegleitungen im Jahr sind für sie machbar. „Wenn ich eine Schwangere auf ihrem Weg begleite, möchte ich schließlich voll und ganz nur für diese eine Frau da sein.“

Was ist eine Doula?

Der Begriff „Doula“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „Dienerin“ – Dienerin der Frau beziehungsweise Schwangeren. Heute ist die Doula eine geburtserfahrene Frau, die der Schwangeren im Vorfeld mit Rat und Tat zur Seite steht. Während der Geburt umsorgt und unterstützt die Doula die werdende Mutter. „Ich ermutige die Gebärende, bin für sie da, unterstütze sie körperlich und emotional und weiche ihr nicht von der Seite“, erklärt Doula Sabine Scherzl. Eine solche Geburtsbegleitung ist keine Kassenleistung. Die Kosten, im Komplettpaket um die 600 Euro, müssen die Schwangeren selbst übernehmen. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.doula-sabine.de.

Für viele Familien war 2019 ein ganz besonderes Jahr. Denn: Sie haben Nachwuchs bekommen. Bei unseren Babys des Jahres 2019 stellen wir die Mädchen und Buben vor und heißen die neuen Erdenbürger herzlich willkommen.

kof

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