Ein Wanderzirkus, der die Erde beben lässt

Gelting - Die seismischen Untersuchungen für das Geothermie-Projekt auf dem Hofgut Breitenbach laufen auf Hochtouren. Unsere Zeitung durfte den DMT-Messtrupp begleiten.

Kai-Uwe Paulat bekommt Besuch - wie eigentlich jeden Tag. Des Öfteren schauen Neugierige bei der DMT vorbei, um herauszufinden: Was machen die da eigentlich? In einem kleinen Büro an der Spreestraße in Geretsried steht der Projektleiter vor einer großen Landkarte. „Hier ist das ganze Messgebiet abgebildet“, sagt Paulat. 40 Quadratkilometer ist es groß, begrenzt von Wolfratshausen im Norden, Baierlach im Süden, Eurasburg im Westen und Geretsried im Osten. Wer derzeit im Nordlandkreis unterwegs ist, dürfte es mitbekommen haben: Unzählige Leitungen hat der DMT-Messtrupp über Straßen, Flussläufe und durch Wälder verlegt. „Die Kabeljungs haben ein schönes Leben, die dürfen überall geradewegs durch“, sagt der 43-Jährige. Bis die eigentliche Arbeit, die seismischen Messungen, beginnen können, ist der Aufwand riesig. Rund 85 Kilometer Kabel mussten ausgelegt werden.

Der Projektleiter steuert sein Auto direkt in das Zentrum des Forschungsgebiets. Dort steht der Messwagen, ein weißer Anhänger mit zwei Antennen auf dem Dach - eine für den Sprech- und eine für den Datenfunk. Jeroen Supèr hat seinen Blick auf einen der vier Bildschirme geheftet. Gleichzeitig erteilt er per Funk Befehle auf Niederländisch. Der Mitarbeiter ist hochkonzentriert. „Ein anspruchsvoller Job“, bestätigt Paulat. Von hier aus wird alles koordiniert, hier werden die Messdaten registriert und gespeichert.

Die nächste Etappe führt zu den Vibrationsfahrzeugen. Noch ist unklar, ob die Suche nach ihnen erfolgreich sein wird. „Denn unsere Babys verstecken sich gerne“, sagt Paulat schmunzelnd.

Auf einmal sind sie da: Bei Neufahrn, der nördlichen Grenze des Messgebiets, bewegen sich vier Unimogs im Schritttempo am Waldrand entlang. Paulat folgt ihnen. Kurze Zeit später sieht man die gewaltigen Gefährte aus nächster Nähe, enorme Kraft scheint in ihnen zu stecken. Dann wird es ernst. Die „Vibro“-Fahrer schalten auf „Highforce“, volle Kraft voraus also. Dabei bocken sie sich selbst auf - die 21-Tonnen-Ungetüme brauchen keinen Wagenheber - so dass sich ihr gesamtes Gewicht auf eine kleine Bodenplatte zentriert. Mit einem der Plattenabdrucke, die sie in exakt gleichen Abständen im Schnee hinterlassen, senden sie je drei Signale in Richtung Erdkruste. (gma)

Den kompletten Bericht lesen Sie in der Donnerstagsausgabe des Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur.

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