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Die Initiatoren Stefanie und Marcus Kastner.

Weidach-Projekt stockt

Warten auf die Surfwelle

Wolfratshausen - Von der geplanten Surfwelle unterhalb der Weidachmühle ist weiterhin nichts zu sehen. Noch aber hat Tourismusmanagerin Gisela Gleißl die Sportattraktion nicht aufgegeben.

Die Studie läuft nun seit sechs Monaten - und sollte eigentlich seit Dezember oder Januar abgeschlossen sein. Klärungsbedarf gibt es offenbar weiterhin mit einem Kraftwerksbetreiber, der Energie aus dem Nebenarm der Loisach gewinnt. Damit eine stehende Welle geschaffen werden kann, ist ein baulicher Eingriff unter Wasser nötig. Zudem muss künftig eine Mindestmenge Wasser über die künstliche Rampe rauschen. Das könnte allerdings Probleme bei der Energiegewinnung geben.

„Für die weitere Überprüfung der Machbarkeit können nun unbedingt benötigte Unterlagen zur Verfügung gestellt werden“, sagt Gleißl über den aktuellen Stand. Die Infos würden Fragen in Bezug auf Energiegewinnung und bauliche Möglichkeiten beantworten. Anhand der Untersuchungsergebnisse werde dann „über das weitere Vorgehen entschieden“.

Für die Erstellung der Machbarkeitsstudie sind die Wasserbau-Experten Dr. Roland Hoeppfner aus Wolfratshausen und Prof. Markus Aufleger aus Penzberg von der Stadt betraut worden (wir berichteten). Sie haben bereits die so genannte „Almwelle“ in Salzburg geschaffen. Der Standort unterhalb der Weidachmühle in Wolfratshausen sei „ausgesprochen gut geeignet“, betonten die Forscher gegenüber unserer Zeitung.

Mit der Surfwelle erhofft sich die Flößerstadt einen neuen „Tourismusmagneten“ (Gleißl). Das Wellensurfen in Salzburg und in München am Eisbach sowie an der Floßlände Thalkirchen erfreut sich seit Jahren größter Beliebtheit. Beide Anlagen sind oft überfüllt. Mit der Wolfratshauser Alternative sollen nach Gleißls Vorstellung zahlungskräftige Sportler mittleren Alters in die Flößerstadt gelockt werden.

Auch viele Fans des Surfsports warten weiter fieberhaft auf die neue Attraktion. Inzwischen gibt es eine öffentliche Facebook-Gruppe mit dem Titel „Surfen in Wolfratshausen“. Sie hat mittlerweile mehr als 800 Mitglieder. Eine zusätzliche Fan-Seite hat binnen drei Wochen über 600 „Gefällt mir“-Angaben eingesammelt. Hinter dem Angebot stehen offenbar die Waldramer Stefanie und Marcus Kastner. Beide surfen seit gut zwölf Jahren und hatten sich im Frühling mit der Projektidee an die Stadt gewandt. Im November schätzten die beiden Waldramer die Realisierungschancen im Gespräch mit unserer Zeitung mit „50 zu 50“ ein. Im Internet machen sie nun deutlich: Sie wollen für das Projekt weiter kämpfen. Dafür informierten sie sich unter anderem beim 1. Münchner Flusswellen-Forum, einer Messe für Wellenbauer.

Facebook-Nutzer tragen derweil im Internet Argumente zusammen, warum die Welle unbedingt schnellstmöglich gebaut werden soll. „Wolfratshausen und Surfen gehört z’samm wie Berger und Boarden“, schreibt einer. Die Welle würde die Flößerstadt „lebenswerter und nicht nur für junge Leute attraktiver“ machen. Eine andere Nutzerin assoziiert mit Flusssurfen die Begriffe Natur, Glück, Freundschaft und Sport. „Alles, was wir und unsere Kinder brauchen“, erklärt sie. (dor)

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