Wegen leichtfertiger Geldwäsche verurteilt

Geretsried/Wolfratshausen - Es war wohl eine Mischung aus Gutgläubigkeit und einer gehörigen Portion Naivität, die eine junge Geretsriederin fast zur Betrügerin und Geldwäscherin werden ließ.

Im Frühjahr vergangenen Jahres lernte die 23-Jährige über das Internet einen jungen Mann in Russland kennen. Nachdem man sich ein wenig angefreundet hatte, bot ihr der neue Bekannte einen lukrativen Nebenjob an. Sie müsse nur Geld, dass sie zuvor auf ihr Konto überwiesen bekäme, auf ein anderes Konto weiterleiten. Als Lohn waren ihr fünf Prozent der jeweiligen Summen versprochen worden. Und damit alles seriös zuging, wurde sogar ein Arbeitsvertrag aufgesetzt.

Anfang Juli 2009 gab es dann tatsächlich eine erste Überweisung über 4346 Euro auf das Konto der Angeklagten. Diese hob daraufhin zwei Mal Beträge von jeweils 500 Euro ab, die sie per Western Union nach Bulgarien transferieren sollte. Dazu kam es jedoch nicht, weil ihre Bank sehr schnell feststellte, dass mit der Überweisung etwas nicht stimmte.

Die Angeklagte war Betrügern aufgesessen, die beim Online-Banking von einem Kunden der Sparkasse Landau, Rheinland-Pfalz, PIN- und TAN-Nummern ausgespäht hatten. Phishing nennt man derartige Betrügereien im Internet.

Die Hintermänner der betrügerischen Transaktionen lassen sich hingegen meist nicht mehr ermitteln. Das war auch in diesem Fall so, obwohl die Angeklagte sofort offengelegt hatte, wie der Kontakt zustande gekommen war. „Ich hatte von Geldwäsche nie was gehört“, beteuerte die Geretsriederin, die sich wegen leichtfertiger Geldwäsche vor Gericht verantworten musste.

„Wenn solche Summen überweisen werden, muss sich jedem aufdrängen, dass das nicht mit rechten Dingen zugeht“, machte Helmut Berger, Richter am Amtsgericht Wolfratshausen, deutlich, was der Gesetzgeber unter Leichtfertigkeit versteht. Weil dem rechtmäßigen Eigentümer das gesamte Geld zurücküberwiesen werden konnte und die Angeklagte sich bei den weiteren Ermittlungen kooperativ gezeigt hatte, fiel das Urteil mit 15 Tagessätzen à 35 Euro milde aus. (rs)

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