Lahme Leitungen in Geretsried

Von wegen „schnelles Internet“

Geretsried - Kabel Deutschland hat Probleme mit seinen Internet-Leitungen. Das räumte der Konzern auf Nachfrage unserer Zeitung ein. Nutzer in Geretsried können deshalb teilweise nicht so schnell surfen wie versprochen.

In Sachen Internet-Technologie gibt es derzeit nur eine Marschroute: Immer schneller müssen die Datenpakete den Weg auf den heimischen Computer finden. Inzwischen bieten Telekommunikations-Firmen Leitungen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde und schneller an (siehe Kasten). Kabel Deutschland gehört dazu. Das Unternehmen wirbt mit dem Slogan „Endlich schneller ins Internet“ und verspricht je nach gebuchtem Paket unterschiedliche maximale Download-Geschwindigkeiten. Je schneller die Verbindung, desto teurer das Produkt.

Der Haken: Die angepriesenen Geschwindigkeiten können in Geretsried derzeit teilweise gar nicht erreicht werden. Das hat die Pressestelle von Kabel Deutschland auf Nachfrage unserer Zeitung eingeräumt. Via E-Mail nennt Sprecherin Gisela Bauer Gründe für die „teilweise auftretenden, lokalen Bandbreitenbeeinträchtigungen“.

Demnach arbeitet der Kabelnetzbetreiber derzeit am Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur in Geretsried. Die „außergewöhnlich aufwendigen Arbeiten“ seien in den nächsten Monaten abgeschlossen. Erst dann, so Bauer, könnten größere Datenmengen als bisher über weite Strecken transportiert werden. Von den derzeitigen Problemen sei der Fernsehempfang nicht betroffen. Aber: Datenintensive Dienste wie Online-Videoportale können stocken. „Wenn sich Kunden wegen Beeinträchtigungen bei uns melden, prüfen wir diese Fälle und finden meist eine zufriedenstellende Kulanzregelung“, heißt es.

Einer der Kunden, der sich verärgert an Kabel Deutschland gewendet hat, ist Christian Schmidt. Seit August wartet der IT-Manager aus Geretsried darauf, endlich die gebuchte Leistung in Anspruch nehmen zu können. Nach Feierabend sei sein Anschluss „nahezu unbrauchbar“, sagt der 41-Jährige. Nach monatelanger Korrespondenz mit Kabel Deutschland liegt ihm ein Kulanzangebot vor: Schmidt könne seinen Zweijahres-Vertrag wechseln oder vorzeitig auflösen. Eine Rechtspflicht zu diesem Angebot gebe es nicht, betont das Beschwerdemanagement.

Im Geschwindigkeits-Check bei Kabel Deutschland werden an Schmidts Adresse derweil weiter Internetleitungen mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde angepriesen. „Es ist schade, dass Kabel Deutschland Neukunden annimmt. Das beeinträchtigt die jetzt schon ausgelastete Glasfaserleitung zusätzlich.“

von Sebastian Dorn

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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