Zusammen wiegen sie soviel wie ein mittelgroßer Mann: Fischwirtschaftsmeisterin Susanne Huber mit den sechs stattlichen Weihnachtskarpfen, die ihr gestern morgen überraschend ins Fangnetz gingen. foto: Sabine hermsdorf

Weihnachtsüberraschung aus dem See

St. Heinrich - Fischwirtschaftsmeisterin Susanne Huber ging ein ganzer Schwarm stattlicher Karpfen ins Netz. Für die Fischwirtschaftsmeisterin aus St. Heinrich ist es ein ganz besonderer Fang.

„Normalerweise“, sagt sie, „sind Karpfen um diese Zeit nicht mehr besonders aktiv.“ Vielleicht waren die sechs Prachtexemplare noch auf Futtersuche im Starnberger See unterwegs. Jetzt liegen sie aufgereiht im Schnee, im Hof der Familie Huber. Zusammen wiegen sie 80 Kilo - soviel wie ein mittelgroßer, schlanker Mann. Ihre rüsselartigen Mäuler bewegen sich auf und zu. Sollten sie nicht längst tot sein? Sind sie auch. Aber: „Die Nervenleitfähigkeit dieser Tiere ist relativ hoch“, erklärt Huber. Was dazu führt, dass selbst das Filet in der Pfanne manchmal noch ein bisserl zappelt. Die toten Karpfen im Schnee tun das auch.

In der siebten Generation fischt Susanne Huber nun schon auf dem Starnberger See. Ihre Lehre im elterlichen Betrieb begann sie mit 16 Jahren. Seitdem legt die 45-Jährige bei Wind und Wetter ihre Netze aus, um sie am anderen Tag wieder einzuholen. Das Fischerhandwerk bedeutet für sie Demut: „Weil man nicht weiß, was einen erwartet.“ Und sie mag die Direktheit. Vom Fang über die Verarbeitung bis zum Verkauf geht der Fisch durch ihre Hände.

(cb)

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