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„Verdächtige Rauchentwicklung, mehrere Personen vermisst“: Aus diesem scheinbar brennenden Haus am Isardamm mussten die Prüflinge eine Familie retten.

Weißer Rauch am Isardamm: Wehrler legen Prüfung ab

Geretsried - 15 Feuerwehrleute haben die Prüfung zum Atemschutzgeräteträger abgelegt.

Weißer Rauch quillt aus dem oberen Fenster eines Gebäudes am Isardamm, kurz ist ein Gesicht zu sehen. Die Feuerwehrmänner und -frauen springen aus ihren Fahrzeugen. Aufgeregt rennt Daniel Heynig auf Gruppenführerin Katharina Sultzer zu. „Meine Familie ist noch da drin, und oben sind auch noch zwei.“ Sultzer gibt umgehend Anweisungen an ihre Kameraden, um die Eingeschlossenen schnellstmöglichst retten zu können.

15 Kameraden der Feuerwehren aus Geretsried, Gelting, Wolfratshausen, Dietramszell, Mürnsee und Schönrain legten dieser Tage ihre theoretische und praktische Prüfung zum Atemschutzgeräteträger ab. Vorausgegangen war eine zweiwöchige Grundausbildung unter der Federführung von Kreisbrandmeister Franz Mair (Feuerwehr Wolfratshausen), Daniel Heynig, Benjamin Jung und Alexander Strauß (alle Feuerwehr Geretsried) sowie Katharina Sultzer (Feuerwehr Eurasburg). Die Abschlussprüfung findet an einem zu einem Wohnhaus umgebauten Bunker in Geretsried statt.

Ein paar Minuten zuvor ist es relativ ruhig am Isardamm. Die Einsatzkräfte sind mit den Vorbereitungen für den fingierten Brand beschäftigt. „Reicht’s mit dem Rauch?“, fragt Benjamin Jung in die Runde. Fünf Feuerwehrmänner stehen auf der gegenüberliegenden Straßenseite. „Öffne vielleicht mal kurz oben das Fenster, dann zieht der Rauch besser durch“, antwortet Heynig nach einem prüfenden Blick. Er schaut auf die Uhr. „So, und nun alle auf ihre Posten, gleich geht‘s los.“ Zwei Männer nehmen ihre Posten im oberen Stockwerk ein, sie mimen einen Teil der Opfer.

Heynig greift zum Funkgerät. „Verdächtige Rauchentwicklung, mehrere Personen vermisst,“ lautet die Meldung, gefolgt von der genauen Adresse des Einsatzorts. „Verstanden, Gerätehaus ab“, kommt die kurze Antwort zurück. Sekunden später ist das Martinshorn zu hören. Zeit für Heynig, die Seiten zu wechseln – vom Leitstellendisponenten, der die Feuerwehr alarmiert hat, zum Betroffenen, dessen Familie noch in dem Gebäude ist.

Eine knappe halbe Stunde später ist der Spuk vorbei, Schauspieler und Dummies sind gerettet, die Prüflinge haben die Aufgabe mit Bravour gemeistert. Nach einer kurzen Pause greift Jung erneut zur Fernbedienung der Nebelmaschine, die „Opfer“ verteilen sich wieder. An diesem Tag wird noch eine zweite Gruppe geprüft. Heynig nimmt das Funkgerät: „Verdächtige Rauchentwicklung, mehrere Personen vermisst...“ (sh)

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