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Blues-Brüder im Geiste: Durch natürliche Schlichtheit in der Musik bestachen der Gitarrist Schorsch H. (li.) und Perkussionist Dr. Will bei ihrem Auftritt im Geltinger Hinterhalt. foto: sabine hermsdorf

Weniger ist mehr im Blues

Gelting - Extra in den Hinterhalt kamen die Münchner Bluesbrüder Schorsch H. und Dr. Will, um ihr gemeinsames 30-jähriges Bühnenjubiläum am Freitagabend zu feiern.

Gelting - Unter dem Motto „I Don’t Wonna Grow Up“ spielten sie die Musik mit der sie aufwuchsen - den Blues, Boogie und Rock’n’Roll. Ihre neue Jubiläums-CD „Together“ ist unterdessen in den Blues-Charts bei Amazon blitzschnell auf Platz sieben geklettert. Und es scheint sich inzwischen herumgesprochen zu haben, dass sich ein Konzertbesuch im Hinterhalt durchaus lohnt. Seit Jahresbeginn ist die Kulturbühne nämlich immer gut besucht.

Das ist auch verdienterweise so, denn die Musiker, die hier auftreten, sind durchwegs mit ganzem Herzen dabei. So auch Schorsch H., besser bekannt mit seiner Band „Schorsch & de Bagasch“ und Dr. Will von „Dr. Will And The Wizards“. Die beiden sind Brüder, aus dem selben Fleisch und Blut und daher mit dem gleichen musikalischen Gespür ausgestattet - Schorsch auf seiner Gitarre und Dr. Will mit Trommel und Percussion. Beide haben den nötigen Groove in der Stimme, die ihre Musik zu dem unverwechselbaren Blues macht. Dieser Musikstil passt zur Mentalität der Bayern, denn beides - der Bayer und der Blues - sind schließlich zurückhaltende Charaktere, denen es eher ums Gefühl geht, als um temperamentvolle Oberflächlichkeit, und für die weniger oft mehr ist.

Auch das Livekonzert der beiden Münchner Urgesteine bestach vor allem durch seine natürliche Schlichtheit. Ihre Musik geht ins Gefühl, weil nicht zu viel darin ist, was das Wesentliche stören könnte. Mit einer stoischen Ruhe spielte Schorsch seine Gitarre. Und immer wirkt der gemütliche Bayer, wenn er über sein Instrument streicht, wie ein Harley-Fahrer, der seine Maschine liebt. Damit ist erklärt, warum der Musiker mit soviel Gefühl seine Zwölf-Takter spielt. Sanft und sehnsüchtig wurde seine Interpretation von Bob Dylan’s „It‘s All Over Now“. Das Publikum war dabei regelrecht erstarrt um am Ende lauthals zu applaudieren.

Dr. Will ist der quirlige Part des Duos. Ausschließlich im Stehen bediente er zwei Trommeln und ein winziges Splash-Becken. Mehr brauchte der Musiker auch nicht, um einen enormen Rhythmus heraus zu klopfen. Schorsch brachte seinen jüngeren Bruder Will zur Musik. Seither treten die beiden immer wieder in gemeinsamen Projekten auf. Auf der neuen CD „Together“ haben sie die Musik ihrer Jugend nun für immer festgehalten. Auch live im Hinterhalt konnten sie ihr Publikum mit den Klassikern von „Creedence Clearwater Revival“, den „Rolling Stones“, Willie Dixon und John Lee Hooker und mit ihren eigenen Münchner-Bluesstücken wie dem Boandlkramer“, „Zwider“ und „Neili früa am Moing“ überzeugen. (Andrea Weber)

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