Bürgerinitiative „Windradfreies Dietramszell“

Wenn Vögel tot vom Himmel fallen

Dietramszell - Ein Experte erläutert, dass Windräder für Rotmilane und Schwarzstörche extrem gefährlich sind.

Für einige Vogelarten sind Windräder die Todesursache Nummer eins. Dieses Fazit zog der Vogelgutachter Reimut Kayser bei einem Vortrag am Dienstagabend im Dietramszeller Peiß-Saal. Seit wenigen Tagen streift der pensionierte Chemie- und Biologielehrer aus Dillingen (Schwaben) durch den Zeller Wald und beobachtet die heimischen Vögel wie Rotmilan, Schwarzstorch und Wiesenweihe. Anschließend will er im Auftrag der Bürgerinitiative (BI) Windradfreies Dietramszell ein Gutachten über seine Entdeckungen erstellen. Diese wollen die Windkraftgegner gegen den Entwurf des Planungsverbands Oberland ins Feld führen. Im Rahmen einer Infoveranstaltung der BI lauschten gut 100 Zuhörer im Gasthaus Peiß den Ausführungen des Lehrers, der unter Vogelkundlern als renommierter Experte gilt.

„Studien in Brandenburg haben festgestellt, dass dort 36 Prozent der Rotmilane wegen Windrädern gestorben sind“, erklärte Kayser. Weltweit gebe es noch etwa 12 000 Brutpaare des Greifvogels aus der Familie der Habichtarten. 60 Prozent des Bestandes leben in Deutschland. Mit Bildern, die getötete Vögel zeigten, unterstrich Kayser seine brisanten Thesen. „Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Windkraft. Sie ist für die Energiewende notwendig“, stellte der Dillinger klar. Da die Anlagen im Landkreis wegen der geringen Windgeschwindigkeiten aber kaum wirtschaftlich arbeiten würden, seien sie gegen den Vogelschutz „keinesfalls aufzuwiegen“.

Die enorme Rotorspannweite der Windräder von über 100 Metern stelle ein Risiko dar. Bei jeder Drehung würden die Flügel eine Gefahrenzone von gut einem Hektar bilden. Tote Vögel würden durch die Wucht des Aufpralls bis zu einem Kilometer durch die Luft geschleudert, bevor sie auf dem Boden aufschlagen.

Von Sebastian Dorn

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