Hieke Priess Platz zwei beim NordseeWoman. Foto: archiv

Die Wettkampfsau rackert

Dietramszell - Triathlon: Heike Priess wird beim NordicWoman Zweite. Sie lieferte sich ein Hartes Duell mit Siegerin Schiersch.

Gut sechs Wochen nach ihrem großartigen Langdistanz-Auftritt in Roth mit Platz sechs (wir berichteten), dem Umzug von Föggenbeuern nach Einöd und einigen Tagen, an denen sie sich „wenig professionell verhalten“ hatte, ist Triathletin Heike Priess zurück in der Spur. Den NordseeWoman in Wilhemshaven, Deutschlands erster reiner Frauentriathlon mit den außergewöhnlichen Distanzen 950 Meter Schwimmen, 36 Kilometer Radfahren und acht Kilometer Laufen, beendete die 34-Jährige als Zweite. Priess lieferte sich mit Imke Schiersch, ebenfalls Profi-Triathletin, ein Duell bis fast an den Zielstrich.

Im Wilhemshavener Hafenbecken hatte Priess sich nicht sonderlich wohlgefühlt: „Es gab eine leichte Strömung und diese kleinen Kabbel-Wellen. Ich hatte Probleme, eine saubere Technik zu schwimmen.“ Hausgemachte Schwierigkeiten, wie sie einräumt: „Ich habe gerade das Schwimmtraining in den letzten Wochen vernachlässigt und hatte deshalb nicht das lockere Wassergefühl“ wie beispielsweise in Roth. Als vierte stieg sie aus dem Wasser.

Radelnd ließ sie die drei vorderen Konkurentinnen aber schnell hinter sich. Den Vorsprung baute sie in der Folge auf 68 Sekunden aus. Auf der Laufstrecke allerdings benötigte Schiersch nur zwei von vier Runden, bis sie Priess ein- und überholte. In der ersten Enttäuschung ließ die 34-Jährige zunächst abreißen, entdeckte aber die „Wettkampfsau“ in ihr wieder und rackerte.

Und dann beharkten sich die beiden Frauen in einem einen Kilometer langen Endspurt. „Wir haben uns nichts geschenkt“, erzählt Priess. „Ich habe alles versucht, aber es nicht geschafft näherzukommen. Jedes mal wenn ich etwas schneller wurde, hat Imke pariert und andersherum.“ Das Duell endete mit einem packenden Sprint, nach dem die Dietramszellerin nur sieben Sekunden hinter Schiersch (1:53:07 Stunde) als Zweite den Zielstrich überquerte. Priess war trotzdem zufrieden: „Ich hab Imke den Sieg schwer gemacht."

Am kommenden Sonntag steht der nächste Wettkampf an, die Challenge Walchsee in Tirol, eine Mitteldistanz. Danach folgt am 18. September als großer Saisonabschluss die Langdistanz im englischen Henley-On-Thames, wo „ich noch einmal versuchen werde, in die Top Ten zu laufen“. Und dann macht sie Ferien - mit Wandern durch Südengland. (peb)

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