Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Klemens Kretschmer Der Vertreter der DB Projekt-Bau warb bei Kritikern um Glaubwürdigkeit. Foto: sh

Wichtige Details, überflüssige Mätzchen

Wolfratshausen - Bei einem Info-Abend in der Loisachhalle informierte die Deutsche Bahn am Mittwoch über den Planungsstand in Sachen S7-Verlängerung nach Geretsried. Ein Rückblick auf einen Abend mit vielen Emotionen, jeder Menge Fakten und der Antwort auf die Frage, was die S-Bahn mit Neuseeland zu tun hat.

Um es vorweg zu nehmen: Es ging im wesentlichen sachlich zu. Eine Feststellung, die nicht selbstverständlich ist. Schließlich waren unter den knapp 350 Besuchern - die Verteilung des Beifalls ließ darauf schließen - im zugigen Saal auch viele Kritiker dieses Mega-Projekts. Wolfratshauser, die einen Verkehrskollaps befürchten, wenn die Schrankenlösung kommt. Und Geretsrieder, denen die Trasse schlichtweg zu nah an der Terrassentür vorbeiführt. Ganz vorne saßen Wolfratshauser und Geretsrieder Kommunalpolitiker sowie Vertreter der Bürgerinitiative BIQ.

Gegner wie Befürworter lauschten den Ausführungen der Bahnvertreter zu Vergangenheit und Zukunft der Planungen, zu Ablauf und Inhalt der Planfeststellung sowie den Details zu Trasse, Bauwerken und Gutachten und spendeten höflichen Beifall. Nur einige wenige ließen es sich nicht nehmen, mit hämischem Applaus oder unhöflichen Zwischenrufen ihre Missbilligung zum Ausdruck zu bringen. Zum Vorwurf kann man ihnen das nur bedingt machen. Trugen doch die Herren auf dem Podium ihren Teil dazu bei, dass sich manch einer im Publikum behandelt fühlte wie ein kleines Kind. Moderator Peter Siwon etwa leitete den Abend mit einer echten Lachnummer ein. Er forderte die Besucher dazu auf, sich mit geschlossenen Augen hinzustellen und in die Richtung zu drehen, in der sie Neuseeland vermuten. Das Ergebnis dieses Spielchens: Jeder schaute woanders hin. Ebenso vorhersehbares Fazit des Moderators: „Selbst bei so einfachen Dingen ist es schwierig. Kein Wunder also, dass es bei so einem Projekt wie der S-Bahn-Verlängerung ein Problem ist, verschiedene Interessen unter einen Hut zu bringen.“ Ebenso unnötig wie oberlehrerhaft war Siwons Hinweis auf das korrekte Verhalten in der Fragerunde. „Vorher tief durchatmen, das hilft, die Emotion rauszunehmen.“

Fast schon erfrischend kam da das Bekenntnis von Rechtsanwalt Hartmut Heinrich daher. „Das Thema ist nicht unbedingt ein Straßenfeger im Vorabendprogramm“, gab er zu, bevor er das Planfeststellungsverfahren ein wenig langatmig, aber verständlich erläuterte. Leider verwischte er diesen Eindruck mit allseits bekannten Zahlen und Fakten zur „Erfolgsgeschichte S-Bahn“.

(fla)

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