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Ein wilder Hund mit gutem Kern

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Egling &#8211; &#8222;Eigentlich bin ich zu normal für diesen Beruf, der nichts als ein hochgradig schizophrenes Gewerbe ist&#8220;, sagt Markus Neumaier, setzt ein breites Lächeln auf und nippt an seinem Weißbier. Keine Spur von Affektiertheit oder Arroganz liegt in seinen Worten, der durchtrainierte End-Dreißiger wirkt wie der Spezl&#8217; von nebenan. Sein markantes Gesicht kennt man aus zahlreichen TV-Produktionen wie &#8222;Bergdoktor&#8220;, &#8222;Cafe Meineid&#8220;, &#8222;Forsthaus Falkenau&#8220;, dem &#8222;Komödienstadl&#8220; oder dem &#8222;Bullen von Tölz&#8220;. Markus Neumaier ist Schauspieler von Beruf. Volksschauspieler, um genauer zu sein, und ein waschechter Berchtesgadener obendrein, der zwar mit beiden Beinen auf der Erde steht, und dennoch ohne Bühnenluft nicht sein kann. <P>Seit sechs Jahren lebt Neumaier in Egling, &#8222;und den Landkreis würde ich auch nicht mehr verlassen&#8220;. Denn hier steht sein Beruf nicht zwischen ihm und den Menschen: &#8222;Ich nehme mich selbst nicht so wichtig und freu&#8217; mich ganz einfach, dass ich hier so akzeptiert werde, wie ich bin: ein stinknormaler Mensch.&#8220; <P>Fünf Mark und Schokolade für die ersten Rollen <P>Das erste Mal stand Neumaier mit dreieinhalb Jahren auf der Bühne, als er von seinem Vater, einem Münchner Metzger und Musikanten das Schuhplatteln lernte. &#8222;Meine Mutter war Profi, sie spielte im Berchtesgadener Bauerntheater und da habe ich schon früh hinter der Bühne alles mitbekommen.&#8220; Bald konnte er den Akteuren ihre Texte einsagen und trat als Zwischenakt auf. &#8222;Dafür gab&#8217;s fünf Mark und eine Tafel Schokolade&#8220;, erinnert er sich. Mit zehn Jahren spielte er in Alfred Vohrers Neuverfilmung von Ludwig Ganghofers &#8222;Edelweißkönig&#8220; seine erste Filmrolle, den kleinen Sohn von Adrian Hoven, und legte damit den Grundstein für eine Karriere als Schauspieler. <P>Auf Drängen seines Vaters lernte er jedoch zunächst ein solides Handwerk &#8211; Gas-Wasser-Installateur &#8211; worüber er heute froh ist. &#8222;Ich kenne das Leben in all seinen Facetten&#8220;, sagt Neumaier, der sich seine Natürlichkeit &#8222;auch nie von einer Schauspielschule hat verbiegen lassen&#8220;. Seit 1987 trat er immer wieder vereinzelt beim Chiemgauer Volkstheater und anderen Volksbühnen auf, bis er sich zwei Jahre später dazu entschied, sein Hobby zum Beruf zu machen, da er sich vor Angeboten kaum mehr retten konnte: Sein natürliches, durchaus auch kantiges Wesen war und ist bis heute gefragt. <P>Bis zu 260 Auftritte zählt Neumaier pro Jahr. 1990 kam er zur Iberl-Bühne, wo er seitdem fast täglich auftritt. Fernsehrollen folgten, aber man besetzte ihn auch in Musicals wie &#8222;2000 Jahre Jesus&#8220; im Theater am Königssee, in dem er den &#8222;Herrn der Finsternis gab&#8220; oder als zwielichtigen Bergknappen &#8222;Pfnüer&#8220; im Musical &#8222;Salzsaga&#8220;. Doch nicht nur auf der Bühne, auch in seiner Freizeit ist Markus Neumaier ein &#8222;wilder Hund mit gutem Kern&#8220;. Seine größte Leidenschaft ist das Eishockey. Nicht nur ist er Co-Trainer der Klein-Schüler des ECT unter Mike Daski. Vor vier Jahren gründete er mit Ex-Nationalspielern und Tölzern die Eishockey-Sternstunden-Mannschaft, organisiert nebenher die Benefiz-Spiele im Alleingang und kümmert sich dabei insbesondere um Patrick, einen Wach-Koma-Patienten in Vilshofen. &#8222;Wenn zur gleichen Zeit noch Proben und Auftritte sind, weiß man am Abend, was man getan hat&#8220;, sagt Neumaier. <P>In der Rolle des &#8222;Graf Schorschi&#8220; <P>Das wird sich so schnell auch nicht ändern, denn gerade hat der Eglinger eine weitere Stufe seiner Karriere erklommen: Ab Donnerstag ist er in der Hauptrolle von &#8222;Graf Schorschi&#8220; an der Komödie am Max II zu sehen. &#8222;Eine richtig pfiffige Verwechslungskomödie mit Tempo, Witz und Biss für jedes Alter&#8220;, sagt Neumaier, der &#8222;auch viel Ähnlichkeiten mit dem Schorschi hat&#8220;. Das Stück ist weder tiefschürfend, noch erklärungsbedürftig, aber wenn es gut gespielt ist, wird es zum genussvollen Bühnenwahnsinn. Trotz seines Erfolges steht er dem Berufsbild Schauspieler grundsätzlich nicht unkritisch gegenüber: &#8222;Ganz ehrlich, es kann manchmal auch ein Hurengewerbe sein, und unsicher obendrein&#8220;, platzt es aus ihm heraus. &#8222;Aber&#8220;, gibt er im selben Atemzug zu, &#8222;gleichzeitig fasziniert es eben auch.&#8220; Schizophren? Vielleicht. Symphatisch aber auf jeden Fall. K Claudia Koestler <P>

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