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Willy Astor kommt heute nach Geretsried. 

Humor direkt vom Erzeuger

Willy Astor beim Geretsrieder Kulturherbst: Das erwartet die Besucher heute

Quasi ein Heimspiel ist der Auftritt von Willy Astor (57) an diesem Freitag beim Geretsrieder Kulturherbst. Der Kabarettist stammt aus dem Münchner Hasenbergl und ist vor Kurzem nach Icking gezogen.

Geretsried – Herr Astor, Sie kommen mit Ihrem neuen Programm „Jäger des verlorenen Satzes“ nach Geretsried. Was erwartet uns?

In erster Linie erwartet das Publikum ein Programm für Wortgeschrittene. In jedem Fall hat man mehr von diesem Abend, wenn man sich für das Spiel mit der deutschen Sprache interessiert. Mehr möchte ich vorab noch nicht verraten. Aber Sie können davon ausgehen, dass ich im Gegensatz zu vielen anderen meine Stücke selber schreibe – insofern kommt bei mir der Humor noch direkt vom Erzeuger.

Der „Jäger des verlorenen Satzes“ ist Ihr wievieltes Programm?

Meine Programme sind immer für eine Überraschung gut. Ich bin seit 34 Jahren auf der Bühne und mache meine Arbeit mit Freude und Hingabe. Ich habe aber irgendwann aufgehört, die Anzahl meiner Programme zu zählen. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich auch noch keinen Abend versemmelt, und das ist die Hauptsache (lacht).

Sie sind ja nicht nur „Wortakrobat“, sondern auch Musiker. Sind Sie an der Gitarre zu hören?

Natürlich. Die Musik ist aus meinen Programmen nicht wegzudenken und begleitet mich überall hin.

Haben Sie, was Humor auf der Bühne angeht, ein Vorbild?

Ich habe viele Idole, die zum Teil natürlich noch aus meiner Jugendzeit stammen wie Otto Waalkes und Emil Steinberger oder, um auch einen zeitgenössischen Kollegen zu benennen, Gerhard Polt.

Über wen können Sie so richtig lachen?

Ich kann über viele Kollegen herzhaft lachen. Zum Beispiel über Badesalz, mit denen ich gut befreundet bin. Aber ich bewundere auch Kollegen aus dem politischen Lager, wie Django Asül, die täglich fünf Zeitungen lesen müssen, um auf dem Laufenden zu sein. Einen eigenen Stil zu entwickeln, das ist das Beste was einem passieren kann. Ich glaube, dass man das in meinem Falle durchaus behaupten kann.

Sie sind vor kurzem nach Icking gezogen. Wie gefällt es Ihnen im Landkreis? Man hört, dass Sie auch Leser unserer Zeitung sind…

Mir geht sehr gut im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Ich bin auch begeisterter Leser Ihrer Zeitung, wobei ich natürlich auch meine Süddeutsche nicht außer Acht lasse.

Sie sind bekannt als eingefleischter Bayern-Fan. Wie gefällt Ihnen der Fußball, den Nico Kovac spielen lässt?

Es hat sich selten ein neuer Trainer so unspektakulär in die Mannschaft des FC Bayern hinein harmonisiert wie Nico Kovac. Darüber bin ich wirklich extrem angenehm überrascht. Gerade im Vergleich zu seinen Vorgängern, wo ein Riesen-Bohei veranstaltet wurde – wie bei van Gaal oder Pep Guardiola. Da hat man gedacht, jetzt beginnt der Einzug des letzten Gladiators. Letztlich waren es auch nur Menschen, die man zu absoluten Superstars erklärt hat.

Was machen Sie, wenn Ihre Hymne „Stern des Südens“ in Geretsried als Zugabe gefordert wird?

Es freut mich sehr, dass Sie mich auf den „Stern des Südens“ ansprechen. Der hat diesen Herbst 20-jähriges Jubiläum. Das ist nicht schlecht oder? Für ein Lied, das ich für einen Fußballverein komponiert habe. Natürlich möchte ich in diesem Zusammenhang auch Stephan Lehmann danken, der mit mir den Text geschrieben und uns durch seine Tätigkeit als Stadionsprecher die Tür beim FC Bayern aufgemacht hat. Natürlich schön, dass man sich für eine gute Komposition auch 20 Jahre später nicht schämen muss. Wenn jemand an dem Abend allerdings möchte, dass ich den „Stern des Südens“ spiele, dann hat er keinen Erfolg. Ich will ja auch die Anhänger vom TuS Geretsried oder von 1860 nicht vergrätzen.  

Info

Willy Astor tritt an diesem Freitag, 12. Oktober, ab 20 Uhr (Einlass 18.30 Uhr) im Theaterzelt an der Jahnstraße auf. Karten zum Preis von 26 Euro (ermäßigt 21 Euro) gibt es im Rathaus oder im Internet unter www.geretsrieder-kulturherbst.de und www.muenchenticket.de.

Lesen Sie auch: Helmut Schleich beim Kulturherbst: Das hat er gegen Rhabarbersaftschorle-Trinker

nej/peb/vu

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