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Rund um die Baustellen warnen auffällige Banner vor den Baumfällungen.

Fällarbeiten im Wald

Windradbau: Vorbereitungen in Berg fast störungsfrei

Berg – Der Duft von frisch geschnittenem Holz schwängert die kalte Waldluft. Rupert Monn atmet tief durch. Nicht, weil er den Geruch der gefällten Bäume genießt, sondern weil er erleichtert ist.

„Ich hatte mit viel mehr Protest der Windradgegner gerechnet“, sagt der Berger Bürgermeister, als er gestern die Baustellen in den Wadlhauser Gräben inspiziert. „Alles ruhig“, bestätigt Forstwirtschaftsmeister Dominik Loidl, der die Fällaktion an „Standort vier“ leitet und darauf achtet, dass sich kein Passant innerhalb der Absperrungen bewegt. Schließlich herrscht im unmittelbaren Umfeld der Fällarbeiten Lebensgefahr, wie auf Absperrbannern zu lesen ist.

Seit Montag 8 Uhr laufen die Baumfällungen, die für die Errichtung der vier Windräder notwendig sind. Seitdem haben die Forstarbeiter ungestört roden können. Einen kleinen Zwischenfall gab es am Montagabend. Gegen 21 Uhr hatten zwei Passanten aus Neufahrn einen Arbeiter, der mit dem Rückewagen gefällte Bäume aufschlichtete, bedrängt, die Arbeit einzustellen. Sie verständigten die Polizei. Ein Anruf bei Monn genügte, und die Angelegenheit war erledigt. „Wir sind rechtlich auf der sicheren Seite“, sagt der Bürgermeister. Die Forstarbeiter dürfen auch nachts tätig sein. „Das Ganze hat sich schnell in Wohlgefallen aufgelöst“, erklärt der Starnberger Polizeichef Bernd Matuschek. „Es war der einzige Vorfall in dieser Sache.“ Die Berger Bauhofmitarbeiter, die als Sicherheitsdienst patrouillieren, hatten insgesamt eine ruhige Nacht.

Davon träumt Monn auch. „Das geht schon ganz schön an die Substanz“, gibt der Bürgermeister zu. Andere Dinge „laufen momentan fast nur nebenher“. Aber bald wird der Rathauschef wieder ruhig schlafen können. Bis Ende der Woche sind die Fällarbeiten abgeschlossen. Dann geht es erst im kommenden Frühjahr weiter, wenn die Wurzelstöcke entfernt werden und schließlich mit dem Betonieren der Fundamente begonnen werden kann. Ende 2015 soll dann das 20-Millionen-Projekt fertig sein. Dann wird Rupert Monn wohl wieder ganz tief durchatmen.  (mib)

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