Bis zu acht Bauarbeiter sind an der Instandsetzung der Tattenkofener Brücke beteiligt. Foto: sabine hermsdorf

„Wir sind keine Wichtel“

Geretsried - Die Tattenkofener Brücke wird saniert. Vor allem vormittags staut sich der Verkehr an der Baustelle, die Beschwerden häufen sich.

Stockend rollen Autos, Laster und andere Verkehrsteilnehmer zur Zeit über die Tattenkofener Brücke. Schaltet die provisorische Ampel auf Rot, stauen sich vormittags in kurzer Zeit die Fahrzeuge. Seit 18. Juli sanieren zwischen fünf und acht Arbeiter in zwei Schichten das Bauwerk, das 1964 eröffnet wurde. Rund 5300 Fahrzeuge, die täglich über die Brücke rollen, können die Verbindung zwischen westlichem und östlichem Landkreis seitdem nur einspurig befahren.

An der Westseite der gesperrten Spur graben die Bauarbeiter momentan einen Wartungsgang. Künftig kann so die dehnbare Übergangskonstruktion zwischen Brücke und Erdboden ohne Verkehrsbehinderungen überprüft und gewartet werden. Die Kontrolleure betreten den Tunnel dazu über eine kleine Tür an der Brückenunterseite. Auch an der Oberfläche des Beton-Kolosses wird fleißig gewerkelt: Der Gehweg auf der Nordseite wird auf 1,25 Meter verschmälert. „Im Gegenzug verbreitern wir in etwa zwei Monaten den Fußweg auf der Südseite auf 2,25 Meter. Das ist für Radfahrer komfortabler", erklärt Karin Bader vom Staatlichen Bauamt in Weilheim bei einem Ortstermin zu dem 1,2 Millionen Euro-Projekt.

„Seit Baubeginn gibt es täglich zahlreiche Beschwerden. Alle wollen, dass gebaut wird, doch sehen soll man uns nicht.“ Das findet Bader bedauerlich, da auch die Verkehrssicherheit erhöht werde. Im Zuge der Sanierung würden beispielsweise die Brückengeländer mit Stahlseilen verstärkt, um „bei einem Unfall den Aufprall zu dämpfen. Das kann lebensrettend sein.“ Das Bauamt sei bemüht, die Einschränkungen für die Autofahrer möglichst gering zu halten. „Wir können aber nicht unsichtbar arbeiten. Wir sind schließlich keine Wichtel“, wirbt Bader um Verständnis.

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